Natur & Umwelt

Neue Storchenpaare in Köthel und Trittau

Juli 2016

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Köthel: Storchennest wartet auf Erstbezug

Berichtsentwurf Feb./ März 2015 – Markt Trittau

 

Den Gerüstbauunternehmer Stefan Bangelsdorf hat es gepackt. Seit Jahren beobachtete er ein Storchenpaar, das immer wieder in seinen gekappten 11 Meter hohen Bäumen saß und darüber brütete, wie man dort ein Nest bauen könnte. Bengelsdorf zeigte Herz und sorgte für eine Lösung.

 

Köthel (awi). Wenn Stefan Bengelsdorf etwas macht, dann auch richtig. Mehrere Jahre hatte er ein Storchenpaar dabei beobachtet, das ganz offensichtlich Interesse an seinen Bäumen im Garten zeigte. Irgendwann recherchierte er im Internet, wie er den Störchen behilflich sein könnte und wurde fündig. Gemeinsam mit seinem Obermonteur Lutz Bismarck besorgte er ein altes Wagenrad mit 1,5 Meter Durchmesser, welches er aufwendig in Großensee von Anna Anderson restaurieren und haltbar machen ließ. Dann besorgte er Material für den Nestboden und die Umrandung, stellte ein Gerüst an seinen Baum und montierte mit Bismarck am Freitag das Wagenrad in 11,50 Meter Höhe, als Basis für das Storchennest. Den Rest des Wochenendes verwendete er dann dafür, einen Boden, eine Wand und eine kuschelige Inneneinrichtung herzustellen. Jetzt kann Storch kommen und eine Familie gründen. Stefan Bengelsdorf wird berichten, ob und wie es läuft. Eine tolle Idee, jetzt muss sich nur noch ein Storchenpaar finden, das sich ein gemeinsames Leben in einem Luxus Nest in Köthel vorstellen kann.

 

 

Das war im Februar 2015 und jetzt erreichte mich eine E-Mail von Stefan Bengelsdorf:

 

6. Juli 2016

Gute Nachrichten aus Köthel:

 

Die Storchen-Mami ist bereits seit gut 6 Wochen zu Gast als vor 15 Tagen ihr Liebhaber einkehrte. Für uns und unsere Nachbarn ein toller Anblick und für mich ( trotz aller Miesmacher ) die Bestätigung, dass das Nest am richtigen Ort montiert wurde.
 
Nach der Einweihung des Nestes Ende Feb. 2015 ist das hier dann
wohl die Krönung der Idee mit dem Wagenrad.

Aktuelle Fotos habe ich beigefügt.

 

Gruß

Stefan Bengelsdorf

 

Eigentlich wollten wir uns treffen und uns gemeinsam über das gelungene Experiment freuen, aber da die Störche in diesem Jahr nicht mehr brüten sind sie viel unterwegs und kommen erst spät in ihr neues Zuhause in Köthel. Darum werde ich weiter mit Fotos versorgt und wir hoffen darauf, dass das Pärchen im nächsten Jahr zurückkehrt und dann auch erfolgreich brüten wird.


Ich habe jetzt meine Fotos aus dem Februar 2015 herausgesucht und festgestellt, dass wir uns den Allerwertesten abgefroren haben. Es hat zeitweise sogar geschneit aber Stefan Bengelsdorf ließ sich an diesem Tag von nichts abhalten, sein Storchennest in rund 11 Metern Höhe zu bauen.

Gut wenn man zufällig Gerüstbauunternehmer ist und genug Material zur Verfügung hat.

Einfach war es nicht und eine Menge Vorarbeit hat Bengelsdorf auch geleistet. So hat er lange recherchiert, wie man so ein Storchennest am besten baut und wie man sieht, es hat geklappt und ihm Erfolg auf ganzer Linie beschert.

Nur eineinhalb Jahre musste er warten, bis das Nest endlich in Besitz genommen wurde, ganz im Gegensatz zu Werner Dohrmann in Trittau, im Lehmbecksweg, der hat zwanzig Jahre warten müssen, bis er verkünden konnte, dass sich Störche auf seinem ausgedienten Strommast auf der Wiese hinter seinem Haus niedergelassen haben.

 

Wir von Trittau24.com werden auf jeden Fall dranbleiben und stehen in engem Kontakt mit den Storchenspezialiserten Naturschützern beim Kreis. Wenn die Störche im nächsten Jahr wiederkommen, dann werden wir mit einer weiteren Überraschung aufwarten.

Bis dahin versorgen wir unsere Leser regelmäßig mit Fotos aus diesem Jahr und von beiden Nestern.

Drücken wir beiden Orten die Daumen, dass es im nächsten Jahr so weitergeht.

Der Storchenbeauftragte ist jedenfalls sehr froh über diese Informationen und teilte mit, dass sich die Storchenpopulation jetzt wieder auf einem Stand von vor fast vierzig Jahren befindet und sich langsam weiter erholt, dank Menschen wie Werner Dohrmann und Stefan Bengelsdorf!

 

 

Holzrücken in der Hahnheide

Auf dem Rücken der Pferde - nein, Holzrücken mit Pferde(n)!

von Andreas Willkomm   (mehr Fotos untern Medien/ Fotos...)

 

Ein großes "Dankeschön" an unseren zuständigen Förster Michael Hansen, der uns als Trittau24 den Besuch bei dem Holzrücker Jorin Handtmann ermöglicht hat.

Am Dienstag, 7. März 2015, klingelte das Telefon und Michael Hansen teilte uns mit, dass an diesem Tag auf Sicher in der Hahnheide bei Hohenfelde mit Rückepferden gearbeitet würde. Endlich! Wir wollten und sollten schon vor Ostern die Möglichkeit bekommen, aber ausgerechnet als wir am vergangenen Donnerstag vor Ort ankamen, waren die Pferde bereits verladen und mussten nach Hause. Der Hufschmied hatte sich angesagt und da gibt es nunmal keinen Aufschub. Hat ja geklappt, obwohl, als wir vom Hohenfelder Damm in den Wald einfuhren, war niemand zu sehen. Kein Fahrzeug, kein Pferd war dort, wo wir es erwartet hätten. Also was tun?

Höpi war schon ein wenig traurig, der hatte sich diesen Besuch beinahe noch mehr gewünscht, als ich. Also was nun? Ich bin einfach mal in den Wald reingefahren. Die Wege waren über Ostern abgetrocknet und so konnten wir es mal riskieren. Die Erlaubnis hatten wir ja  bekommen.

Lange herrschte Stille und wir waren kurz davor aufzugeben, als plötzlich an einer Weggabelung ein VW Bus mit Pferdeanhänger im Wald stand. Leer. Puh, Glück gehabt. So etwas hebt die Laune doch ganz erheblich. Aber wo waren nun Ross und Führer? Groß genug sind zwei Kaltblüter ja, die sollte man dich sehen können. Wir sind also suchend und lauschend weitergefahren, aber nichts. Also umdrehen und zurück zum Auto und auf dem Rückweg seh ich plötzlich etwas weiter voraus und mitten im Wald ein graues Pferd. Und was für eins. Das hatte uns mittlerweile auch gesehen und war wie ein Wachpferd munter am Wiehern. Etwas weiter hinten war dann eine Person mit einem zweiten Pferd zu sehen, aber um dort hinzukommen mussten wir mal ein wenig marschieren. Nicht überall kommt man motorisiert hin und genau dort setzt man seit geraumer Zeit wieder sehr erfolgreich Rückepferde ein.

Wir also hin und haben uns dem Rücker vorgestellt, der sich als Jorin Handtmann zu erkennen gab. Wir waren gerade zu einem günstigen Zeitpunkt gekommen, er hatte gemeinsam mit Dukat, wie sein Mitarbeiter heisst, an dieser Stelle nurnoch einige Stämme aus dem Wald an den Weg zu holen und dann sollte ein Pferdewechsel stattfinden. Etwa alle vier Stunden wechselt Jorin die Tiere bei der Arbeit ab, manchmal dauert es auch etwas länger, aber er versucht die vier Stunden einzuhalten. Pferd zwei, die graue Stute, war auch schon ganz hibbelig, sie hatte nicht nur gewiehert, weil wir kamen, sondern weil sie ebenfalls gerne mal wieder etwas Heu gehabt hätte und dann auch arbeiten wollte. Jorins Pferde wollen arbeiten, sonst haben die tatsächlich Langeweile.

Dukat, der Hengst, war sechs Jahre alt und von beeindruckender Größe. Für mich jedenfalls. Für Jorin war er eher ein kleineres Exemplar von einem Kaltblut (zur Hälfte Südholsteiner), denn er wog nur 750 Kilogramm. Jorin berichtete, dass es durchaus Exemplare mit mehr als einer Tonne Eigengewicht gebe. Dukat habe er in Schleswig Holstein bei der bekannten Züchterfamilie Isenburg auf Gut Kamp  gefunden und sich damit den weiten Weg nach Süddeutschland erspart.

Dukat war ein Glücksgriff. Er hat sich prima gemacht und kann arbeiten wie ein Pferd! Ich kann nur bestätigen, es war beeindruckend den Beiden bei ihrer Arbeit zuzusehen. So beeindruckend, dass ich die vielen dummen (wie ich jetzt finde) Fragen, die ich stellen wollte, glatt vergessen habe und lieber fotografiert und ein wenig gefilmt habe. Sinnvolle Fragen kamen dabei wie von selbst und der gut aufgelegte Jorin antwortete echt gern. Er ist begeistert von seinem Job, den er hauptberuflich erst seit zwei Jahren macht, vorher war es eher ein Hobby, inzwischen hat man den Wert der Pferde bei der Rückearbeit wiedererkannt und somit kann auch der Rücker ganz ordentlich von seinem Job (kein Ausbildungsberuf) leben.

Bei der Arbeit hält der Rücker das Pferd nur an einem einzigen, etwa 15 Meter langen Seil. Das reicht, um dem Pferd die Richtung anzugeben, weitere Befehle bekommt das Tier mündlich persönlich, aber so leise, das man schon sehr genau hinhören muss, war Jorin ihm benahe zuflüstert. Es hat den Anschein, als wenn das Pferd selbstständig arbeiten würde und ein wenig ist es auch so. Das Pferd weiss genau, wo es lang muss, um den oder die Stämme den Hang hinauf in die Nähe des Weges zu bringen, die Feinheiten bestimmt dann Jorin.

Sagte ich es schon? "Beeindruckend!"

Vor allem wenn der Hengst mit seinem Anhändgsel den Hang hinauf auf dich zugestürmt kommt. So wirkt es jedenfalls. Wenn dieses Pferd vor dir immer größer wird und du dir automatisch die Frage stellst, ob es dich über den Haufen rennen wird oder doch nicht? Macht es nicht. Will es nicht und macht es nicht, warum auch, ich hab ihm ja auch nichts getan. Hellwach (wie meine Hunde) wird Dukat aber jedes Mal, wenn man eine Hand in die Jackentasche steckt. Kleines (großes) Schleckermäulchen, da kommt er aber gleich mal nachsehen, ob man was für ihn hat. Hatte ich nicht, wie doof, da hätte ich ja mal vorher dran denken können. Na ja, vielleicht gibt es ja ein Wiedersehen, dann bekommt dieses tole und absolut liebenswerte Tier natürlich etwas mitgebracht. Ja, ich hab mich ein wenig in diesem Brocken verguckt. Diese Muskeln, und dann kommt dieser Berg zu dir und stubst dich ganz vorsichtg mit seinem weichen Maul an. Das ist schön!

Ähm, wo war ich? Holzrücken. Dukat ist natürlich nur nebenberuflich ein Schmusetier, eigentlich ist er ein Arbeitstier. Und was für eins.

Je nach Geländebeschaffenheit kan das Pferd kurzfristig bis zum Doppelten seines eigenen Gewichts schleppen, oder rücken, wie man im Wald sagt. 1,5 Tonnen, wow. Trotzdem bekommt er nur angehängt, was ihn nicht zu viel Kraft kostet, da geht man lieber einmal mehr, was bei dieser Arbeit durchaus Sinn macht. Dukat ist ein schlaues Rückepferd und unterscheidet in seiner Motivation sehr genau, welche Schwierikgeiten ihm das Gelände so macht. An der Stelle, wo wir ihn beobachten konnten, musste er den Stamm einen relativ steilen Hang hinaufziehen und er weiss laut Jorin sehr genau, dass ihm das deutlich mehr Arbeit macht, aber letztendlich ist er lieber in Bewegung, als dass er nur herumsteht.

Jorin sagt ganz richtig, dass ein Tier eine Beschäftigung braucht, damit es ein zufriedenes Tier ist.

Für diese Beschäftigung bekommen seine Pferde auch regelmäßig ihre Pausen und gutes Futter, viel mehr wollen die auch garnicht.

Was auch interessant aussah, wenn die Beiden losgehen und den nächsten Stamm suchen, geht Jorin voraus. Dukat folgt von selbst. Hängt allerdings eine Last an, dann marschiert das Pferd vorneweg und Jorin folgt. Eine selbstverständliche Reihenfolge, die auch mit Sicherheit zu tun hat, aber es gibt dem Ganzen den Anschein, als würde das Pferd selbstständig arbeiten.

Auch Jorin habe ich danach gefragt, ob es nicht schonender für den Wald wäre, nur Rückepferde einzusetzen aber er, wie auch der Förster stimmen überein, dass Rückepferde zwar gut zuarbeiten, aber die ganz schweren Lasten und vor allem der Transport über längere Strecken, der sollte weiterhin mit den großen Maschienen erledigt werden. Macht anders keinen Sinn. Laut Jorin stellt sich bei den Einsätzen nur die Frage, ob man ein Pferd oder eine Seilwind einsetzt. Seilwinde ist an vielen Stellen durchaus ok, aber oft ist das Pferd flexibler und es kann auch ganz schön anstrengend  sein, das Seil der Winde zum Objekt zu ziehen.

Knochenarbeit ist die Arbeit im Wald allemal aber Jorin Handtmann ist sehr zufrieden mit seiner Arbeit und wenn es nichts im Wald zu tun gibt, dann setzt er seine Pferde in der Landwirtschaft ein. Nicht überall kann ein Traktor pflügen und da sind die Pferde dann am Zug.

Jorin Handtmann kann man nur mobil erreichen:  0172 45 46 711

 

 

 

Bewohner gesucht, vorzugsweise ein Storchenpärchen

Das hatte der Gerüstbauunternehmer Stefan Bengeldorf eine wirklich gute Idee.

Hat er doch auf einem Baum auf seinem Grundstück in 11 Metern Höhe, ein Storchennest gebaut. Jetzt fehlen nurnoch die Störche, aber die hatten bereits in den Vorjahren nach dem Rechten geschaut. Nun ist die Wohnung fertig und sie können einziehen.

Super Idee und einen  "Daumen hoch" für den aktiv gelebten Naturschutz!

 

Zeit und auch Geld hat Stefan Bengelsdorf investiert und sich schlau gemacht, wie man so ein Storchennest baut, ich finde das hat er ganz großartig gemacht und hoffe, dass es bald bezogen wird.