ADHS - Akademie -der- Gesundheitsberatung Stormarn

Trittau24 freut sich darüber. diese Seite mit Fachartikeln von Corinna Wietelmann www.adhs-akademie.com füllen zu können und seinen Lesern eine interessante Informationmölichkeit zur Verfügung zu stellen! 

Themen u.a.

ADHSLegasthenie

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Corinna Wietelmann arbeitet unglaublich vielfältig und ist doch sehr spezialisiert!

Wie sollte man das was sie macht anders beschreiben, mir fällt dazu nicht anderes ein.Der Arbeitstag dieser unglaublichen Frau fängt oft schon um 05:30 Uhr an.Sie arbeitet auch als Tagesmutter - auch für Kinder mit Handycap - und weis sehr genau, wie wichtig es für zum Beispiel Schichtdienstleistende ist, das Kind zeitlich flexibel unterzubringen.aus ihrem Flyer:

 KinderbetreuungFür Kinder von 0 – 13 Jahren auch für Kinder mit Handycap, Kinder mit AD(H)S Auffälligkeiten und Asperger – Autismus

Öffnungszeiten: MO – FR 05:30 – 17:00 

Als Tagesmutter arbeitet Corinna Wietelmann mit Sabrina Heber zusammen, gemeinsam ein unschlagbares Team, von ihren Kindern respektiert und g e l i e b t !

Nach Feierabend, ja ich meine Ihren Feierabend, nicht den von Corinna Wietelmann denn so etwas kennt diese Frau nicht. Also, nach Ihrem Feierabend kümmert sich Corinna Wietelmann sehrwohl auch um Erwachsene mit Handycap

Aus dem Angebot:

- Tagesmütter

- Lerntherapeuten / Trainer

- Berater / Coaches

- AD(H)S Coaches

- Psychologische Berater

Als ich ihr die Frage gestellt habe, ob sie nicht Lust hätte, für Trittau24.com zu schreiben (ich hatte ein klein wenig schlechtes Gewissen, weil wann denn das noch??), sagte sie sofort zu.Welch ein Glücksfall. Ich weiß nicht wann sie das noch macht aber wie man sehen und vor allem lesen kann, ist sie auch dabei unglaublich fleissig!

Vielen Dank an Corinna Wietelmann sagt das gesamte Trittau24 Team (awi)

 

 

hi. li. Sabrina Heber und Corinna Wietelmann beim Spaziergang
Gruppenfoto
Corinna & Kids
Bei Corinna Wietelmann wird kein KInd wegen einer Behinderung abgewiesen.
Corinna Wietelmann
 

Was Bewegung und Ernährung mit Legasthenie, ADHS und Co. zu tun hat www.adhs-akademie.com

Die Zahl der Kinder mit Lernschwierigkeiten und Verhaltensauffälligkeiten jeglicher Art steigt von Jahr zu Jahr und die wirklichen Ursachen dieser wachsenden Auffälligkeiten scheinen im Verborgenen zu liegen. Die Zahl der verordneten Ergotherapien und Logotherapien wie auch Psychotherapien für Kinder ( bereits Grundschulkinder ) steigt rasant an, doch können die Ursachen für all die Auffälligkeiten hiermit wirklich beseitigt werden?

Dr. Harald Blomberg, ein schwedischer Psychiater therapiert seit Jahrzehnten ADHS, Autismus, Legasthenie und Co. mit Ernährungsumstellung und speziellen Bewegungsübungen, und dies mit enormen Erfolg. Er vertritt klar und deutlich die Ansicht, dass Autismus, ADHS, Depressionen und andere psychische Erscheinungsformen mit einer Gluten – und/oder Kaseinunverträglichkeit in Verbindung stehen.

Kasein ist in Milch und Milchprodukten enthalten, Gluten in Getreide und beide führen zu einer Verschlechterung der typischen Verhaltensweisen von ADHS und Autismus. Es konnte in vielen Studien nachgewiesen werden, dass die typischen Symptome bei einer ADHS wie Unruhe, Hyperaktivität, emotionale Schieflage mit ständigen Stimmungsschwankungen und Konzentrationsschwäche abnahmen oder komplett verschwanden, wenn auf Gluten und / oder Kasein verzichtet wurde.

Die gleichen Ergebnisse konnten bei Autismus, Legasthenie, Dyskalkulie und anderen Lernschwierigkeiten erzielt werden. Der Grund hierfür scheint ein „Leaky – Gut – Syndrom“ zu sein – ein „durchlässiger Darm“, der dazu führt, dass z. B  unverdaute Nahrungsmittelbestandteile und Toxine in die Blutbahn gelangen und somit in das Gehirn.

„Darm und Gehirn – ein Paar mit den besten Verbindungen“ (Dr. Harald Blomberg)

Dr. Karl Reichelt, ein norwegischer Wissenschaftler, stellte in diesem Zusammenhang ebenfalls Studien an und kam zu dem Entschluss, dass Glutenpeptide und Kaseinpeptide die Blut – Hirn – Schranke passieren können und sich an die Morphinrezeptoren binden. Diese Peptide konnten von Reichelt und Kollegen im Urin von autistischen Kindern nachgewiesen werden und sie stellten fest, dass die Ausscheidungsmengen bei Autismus, ADHS, Depressionen nicht unbeträchtlich erhöht waren.

Diese Peptide können psychische Symptome auslösen wie auch das Immunsystem angreifen und die Freisetzung von Zytokinen auslösen. Diese Substanzen führen zu Entzündungsprozessen im Gehirn, vor allen im Kleinhirn.

Peptide werden allerdings auch im Gehirn gebildet und sind sogenannte Transmittersubstanzen, die unterschiedliche Gehirnfunktionen steuern, wie Lernen, Schlafen, Gedächtnis. Das Enzym „Peptidase“ ist erforderlich, um die Peptide aufzuspalten und „einsatzfähig“ zu machen. Kommt es nun zu einem Mangel an Peptidase wird das Gehirn von Peptiden regelrecht „überflutet“ und es kann zu den vielfältigen Auffälligkeiten bei ADHS, Legasthenie und Autismus kommen.

Hinzu kommen weitere Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie Zucker, Farbstoffe, Konservierungsstoffe und Phosphate.

Ebenfalls zu berücksichtigen ist im Fall von Autismus, ADHS, Legasthenie und Co. die Bewegung – im Rampenlicht stehen hier die frühkindlichen Reflexe, die sich nicht korrekt integriert haben und nicht optimal durch reife Reflexe ersetzt wurden.

Babys werden mit frühkindlichen Reflexen geboren, die ihnen die Nahrungsaufnahme und die Kontaktaufnahme ermöglichen – also das Überleben sichern. Manche frühkindlichen Reflexe sind bereits bei der Geburt vorhanden, andere entstehen im Laufe der ersten Wochen und Monate. Diese frühkindlichen Reflexe sind „Natur gegeben“, sollten zu einem bestimmten Zeitpunkt anwesend sein, eine bestimmte Funktion erfüllen und zu einem bestimmten Zeitpunkt integriert – also gegen reife Reflexe ausgetauscht sein.

Es konnte schon vor vielen Jahren belegt werden, dass frühkindliche Reflexe zu 80 % mit verantwortlich für Lernschwierigkeiten und Verhaltensauffälligkeiten aller Art sind. Bleiben diese frühkindlichen Reflexe über einen bestimmten ( von der Natur festgelegten ) Zeitraum bestehen, verhindern sie die optimale Entwicklung aller nachfolgenden Stadien – sie „pfuschen der weiteren Entwicklung ins Handwerk“. Da diese Reflexe nicht kontrollierbar sind, haben sie immer Vorrang vor der „willentlichen Handlung“ und führen z. B zu Legasthenieerscheinungen, autistischen Zügen und ADHS Auffälligkeiten.

Bleibt z. B der „MORO – Reflex“ ( Schreckreflex ) teilweise bestehen, kommt es zu typischen ADHS Verhaltensweisen wie

-       Nicht mit Kritik umgehen können

-       Sich immer angegriffen fühlen

-       Immer im „Kampfmodus“ sein

-       Konzentrationsschwierigkeiten

-       Immer unter Stress stehen

-       Abschreiben von Tafel gelingt nicht

-       Stimmungsschwankungen mit Wut, Aggression, Angst

-       Mögen keine Veränderung

-       Anpassungsschwierigkeiten

-       Schwaches Selbstwertgefühl

ADHS, Autismus, Legasthenie und Co beruhen auf einer veränderten Wahrnehmung. Alle einkommenden Informationen werden verändert aufgenommen, verändert abgespeichert und verändert zusammengesetzt und somit entstehen veränderte Verhaltensweisen und Lernschwierigkeiten.

Dr. Carsten Queisser, Kinderarzt aus Bad Harzburg stellte mit einem ausführlichen Artikel klar, wie wichtig die Überprüfung dieser frühkindlichen Reflexe besonders im Zusammenhang mit ADHS und Legasthenie ist.

Dr. Carsten Queißer - Artikel

Frühkindliche Reflexe können in jedem Alter, selbst bei Erwachsenen, auf einfache Weise getestet und nachtrainiert werden. Den Zusammenhang zwischen ADHS, Legasthenie, Dyskalkulie und Co. bestätigt auch Dr. Harald Blomberg und trainiert diese frühkindlichen Reflexe auch bei autistischen Menschen nach – und dies mit bahnbrechendem Erfolg.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                                                                                                  

Hilfe bei ADHS durch TEACCH von Corinna Wietelmann

TEACCH ist nicht neu und es ist auch keine Therapieform oder eine Methode. TEAACH existiert seit den 60er Jahren und wurde eigentlich für die Betreuung und individuelle Förderung von autistischen Menschen entwickelt. TEACCH kommt aus den USA und ist einerseits eine Institution, die sich für die Betreuung und Förderung autistischer Menschen engagiert und andererseits ist TEACCH so etwas wie ein pädagogisches Prinzip. Im Laufe der Jahre, TEACCH gibt es seit Mitte der 60er Jahre, erkannte man, dass dieser Ansatz auch für Menschen mit ADHS, Menschen mit Entwicklungsverzögerungen oder auch Demenz eine Bereicherung sein kann.

 

Das Prinzip TEACCH, die Philosophie beinhaltet u. a, die Ganzheitlichkeit eines Jeden, das Anknüpfen an Stärken und vorhandenen Fähigkeiten, das langfristige Begleiten sowie Strukturierung der Förderung und das Verstehen der jeweiligen Denkweisen.

Dies macht bereits sichtbar, dass TEACCH keine „starre“ Methode ist und auch keine Hilfen von „der Stange“ bietet – alle Hilfestellen werden individuell erarbeitet und an die persönlichen Bedingungen angepasst. Die Tatsache, dass durch TEACCH eine klare und übersichtliche Strukturierung und Organisation der Tagesabläufe und auch von Aufgaben erfolgt, macht die Anwendbarkeit bei Menschen mit ADHS wertvoll.

 

ADHS hat u. a Einschränkungen im Bereich

- Struktur und Planung

- Organisation

- Handlungsabläufe zu koordinieren

- geeignete Problembewältigungsstrategien anzuwenden

- neue Informationen optimal abzuspeichern und zu verknüpfen

 

Hier kann TEACCH wertvolle Hilfestellungen für Eltern, Jugendliche, Kinder und auch erwachsene Menschen mit ADHS bieten. Es gilt immer, die Abläufe, Regeln und Anforderungen, die Menschen mit ADHS Schwierigkeiten bereiten so zu strukturieren und zu erklären, dass sie bewältigt werden können. Menschen mit ADHS möchten allen Anforderungen, die an sie gestellt werden gerecht werden. Bereits Kinder möchten die Regeln und Aufforderungen bewältigen, wissen aber oft nicht wie. Nicht nur Kinder und Jugendliche stehen täglich vor der Frage „wie soll ich das denn machen“, „warum soll ich etwas machen“, sondern auch Erwachsene.

 

Ziel des TEACCH ist u.a , eine selbständige Durchführung und Bewältigung aller anfallenden Aufgaben sowie das Einhalten und erlernen von Regeln. Menschen mit ADHS erhalten durch gezielte, auf sie und ihre Fähigkeiten abgestimmte Lern – und Übungsmethoden eine individuelle Entwicklungsförderung ohne das Augenmerk wie oftmals üblich, auf die Schwachstellen der Betroffenen zu legen. Es wird nicht explizit versucht, Schwächen „abzutrainieren“, sondern die bereits vorhandenen Stärken weiter auszubauen und diese so zu nutzen, dass Schwächen kompensiert werden können.

 

Um dieses Vorgehen erfolgreich einsetzen zu können, wird sich weiterhin bemüht, das Umfeld so zu gestalten und zu strukturieren, dass Schwächen und nicht gewollte Verhaltensweisen erst einmal „aufgefangen“ werden können.

 

U. a ermöglicht der TEACCH Ansatz bei ADHS

- Steigerung der Selbständigkeit

- erlernen sozialer Kompetenzen

-Verdeutlichung und „begreifbar machen“ von Regeln

-Hilfestellungen beim Einhalten von Regeln und Aufgaben

- Aufbau von Handlungsabläufen

- Aufbau von Problembewältigungskompetenzen – Lösungssuche

- Planen – Handeln – Durchführen

- Hilfe bei Aufmerksamkeitsschwäche

- Erlernen von Strukturen und Routinen

 

Ermöglicht wird dies z. B durch das Erstellen von Strukturplänen, viele visuelle Unterstützungen, „Social Stories“, individuell erstellten Aufgabenplänen, Rollenspiele und Video-Aufzeichnungen sowie das Erstellen von Vereinbarungsheften.

 

ADHS – egal, in welchem Lebensalter - bekommt so die Möglichkeit, sich seinen Stärken bewusst zu werden und diese sinnvoll nutzen zu können. Auf diese Weise kann die Problematik des mangelnden Selbstvertrauens ( ca. 80 % ) vermieden werden und die Betroffenen können auf ihre persönliche Art und Weise sich und die Umwelt verstehen lernen sowie Selbständigkeit und strukturiertes Arbeiten erlernen. TEACCH kann helfen, den Alltag zu strukturieren, Regeln und Aufforderungen verständlich und „fassbar“ zu machen, Hilfestellungen für das Einhalten von Regeln und Aufforderungen geben, Selbständigkeit zu fördern und Selbstvertrauen aufzubauen.

Nähere Infos unter

www.gesundheitsberatung-stormarn.com

 

 

 

 

 

Ritalin & Co – sinnvoll oder sinnlos

Ritalin & Co gehört mit zu den meist verordneten Medikamenten. Bis 2013 stieg die Anzahl der Verschreibungen so derart an, dass sich die Politik einschalten musste und es zu Gesetzesänderungen kam, die die Grundlage der Verschreibungen regeln sollten.

Seit 2013 gehen die Verschreibungen von Ritalin & Co zurück, um genau zu sein wurden 2013 – 1803 Kg verschrieben, im Jahr 2014 – 1716 Kg. Wie man sehen kann, ein echter Rückgang an Verschreibungen von Ritalin & Co für Kinder und Jugendliche von 6 – 17 Jahren.

Die Leitlinien zur Diagnostik, Behandlung und Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit ADHS sieht vor, dass vor einer Verabreichung mit Ritalin & Co. alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sein sollen. D. h., erst wenn keine anderen Therapien und Förderkurse diesen Kindern helfen, darf Ritalin & Co verschrieben werden.

(Neue Leitlinien sollten im Aug. 2015 erscheinen, was allerdings auf Dez. 2015 verschoben wurde)

Leider gibt es immer noch Ärzte, die ohne weitere Aufklärung der Eltern, zum Rezeptblock greifen. Es wird nicht erwähnt, dass Therapien und Kurse, wie z. B Elterntraining bei ADHS, soziales Kompetenztraining für Kinder/Jugendliche, Konzentrationstraining für Kinder/Jugendliche, Coach für den Alltag (Coach kommt in die häusliche Umgebung oder auch in die Schule und unterstützt Eltern, Lehrer, Kinder genau da, wo es erforderlich ist), Schulberatung, Ernährungsumstellung, etc. hilfreich für Eltern und Kinder sind.

Das Erschreckende daran ist die Tatsache, dass klar belegt ist, dass Ritalin & Co. keine Hilfe für die Kinder/Jugendlichen sind. Diese Medikamente machen die Kinder nur zugänglicher für sich selber und für die Umwelt, „heilen“ aber nicht die ADHS. Es konnte belegt werden, dass zusätzliche Maßnahmen wie Verhaltenstherapie, Elterntraining, Schulcoaching, Alltagscoaching, etc. unerlässlich sind, um den Kindern ein „gesellschaftliches“ Leben zu ermöglichen. Diese Erklärungen bleiben vielen Eltern allerdings auch heute noch verborgen, da viele Ärzte über diese Zusammenhänge nicht aufklären und die Eltern alleine gelassen werden.

Neue Studien belegen darüber hinaus, dass Ritalin & Co nicht so ungefährlich sind, wie immer versucht wird, zu verdeutlichen. Dass Ritalin & Co keine unbeträchtlichen Nebenwirkungen verursacht, ist seit vielen Jahren im Gespräch. Hierzu zählen u. a.

- Kopfschmerzen

- Schlafstörungen

- Appetitstörungen

- Übelkeit

- Eventuell bleibende Schäden der Lernfähigkeit

- Zwangshandlungen

- Tics

- Depression

- Suizidgedanken

Wenn man nun berücksichtigt, dass eine Vielzahl der ADHS Betroffenen von „Natur aus“ an Schlafstörungen und Lernschwierigkeiten leiden, sollte man sich fragen, wo denn der Nutzen liegt. Ca. 80 – 85% der ADHS Betroffenen klagen in der Kindheit und oft im Erwachsenenalter über Schlafstörungen, die nicht selten in eine Depression führen.

Ole Jakob Storebø von der Universität von Süddänemark wertete mit seinem Team die Daten von 185 Studien und 12.000 Kindern/Jugendlichen aus und kommt zu dem erschreckenden Ergebnis, dass die positive Wirkung von Ritalin & Co. von der Wissenschaft und Ärzteschaft wohl überschätz wird und die Nebenwirkungen nicht zu verachten sind.

Methylphenidat scheint laut Aussage von Ole Jakob Storebo zwar gegen die Auffälligkeiten der ADHS zu wirken, aber bei weitem nicht so effizient, wie bislang angenommen.

"Wir können daher nicht ausschließen, dass die negativen Folgen schlimmer sind als hier berichtet", betonen Storebø. Eine begonnene zweite Studie belegt bereits, dass die Nebenwirkungen noch extremer sind und sogar das Risiko für plötzliche Todesfälle anstieg.

Quelle und Nachweis

Weiterhin wird seit langem diskutiert, ob Ritalin & Co insofern Abhängig machen, dass ein Gewöhnungseffekt entsteht und die Tagesdosis erhöht werden muss, um die Ergebnisse bei zu behalten.

Wenn man all die neuen und alten Daten zusammenfasst, stellt sich die Frage, warum so viele Mediziner die Warnungen der Wissenschaftler überhören. Denn diese warnen explizit, vor einer Verschreibung alle Risiken abzuwägen und vorher alle anderen Möglichkeiten in Betracht zu ziehen und diese vorher auszuschöpfen.

Vor einem Jahrzehnt war es üblich, die Eltern zum Training zu schicken, die Schulen und Kindergärten zu involvieren, die Ernährung zu optimieren und individuell auszutesten, auf welche Lebensmittel die Kinder / Jugendlichen negativ reagieren. Es konnte niemals bewiesen werden, dass eine Ernährungsumstellung in vielen Fällen NICHT positive Auswirkungen erzielen würde.

Die Frage ist nun, warum all diese Möglichkeiten nicht mehr ausgeschöpft werden und stattdessen weiterhin ein Medikament verschrieben wird, was mehr Nebenwirkungen als Nutzen aufweist.

Es mag einige Fälle geben, in denen Ritalin & Co. gute Dienste leistet und die Kinder über dieses Medikament einen Zugang zu sich, ihren Gefühlen und der Umwelt bekommen. In diesen Fällen mag Ritalin & Co eine angemessene Hilfe sein, die aber dennoch durch weitere Therapien und Training für Eltern, Schule und Kinder ergänzt werden muss.

 

Stressreaktionen – die Macher Autorin CW

Stress entsteht nicht aus oder durch eine Situation an sich, Stress entsteht im Kopf – durch unsere Gedanken. Doch das Gefühl von Stress ist nicht einfach da, hierfür bedarf es vieler Reaktionen und dem Zusammenspiel bestimmter Körperregionen und Hormonen – den Machern.

Stress entsteht im Kopf und es existieren drei unterschiedliche „Stresstypen“

1. Externaler Stress: wirken von außen auf den Körper ein – Kälte, Hitze, Lärm, Veränderungen

2. Internaler Stress: wirken im Körper selber – Krankheiten, Schlafmangel, körperliche Kondition

3. Psychologischer Stress: den machen wir uns selber – Perfektionismus, negative Gedanken, Treuer, unerfüllte Erwartungen. Diese entstehen durch die persönliche, individuelle, subjektive Wahrnehmung einer Situation.

Wie entsteht nun eine Stressreaktion in Körper, Geist und Seele

Die Sinneskanäle nehmen die Informationen auf – hören, sehen, fühlen, riechen, schmecken und leiten sie an die

Neokortex weiter. Dies ist ein Bereich des Gehirns, der alles analysiert, was an Informationen eintrifft, er wägt alle Informationen ab und vergleicht sie mit bereits vorhandenen Erfahrungen.

Das Limbische System – die Dreifaltigkeit – besteht aus

- Amygdala – der Diva

- Thalamus

- Hypothalamus

Hier spielt sich alles ab, was mit Emotionen zu tun hat, ob wir das möchten oder nicht.

Der Thalamus entscheidet über wichtig und unwichtig. Er ist der „Türsteher“, an dem normalerweise nichts und niemand vorbeikommt.

Die Amygdala ist eine echte „Diva“, mit Allüren und „Nervenzusammenbrüchen“, sie macht die Panik, die Angst aber auch die Freude. Die Diva ist in der Lage, durch ihre „Gefühlsausbrüche“ den „Türsteher“ – den Thalamus, niederzustrecken und auszuschalten. Die Diva mischt bei jeder Entscheidung mit und koppelt jedes Erlebnis an ein Gefühl – leider entscheidet die Diva selbständig, ob sie die Erlebnisse an gute oder schlechte Gefühle koppelt.

Der Locus coeruleus ist die Produktionsstätte und die Auslieferungsfirma von Noradrenalin – einem Stresshormon.

Der Sympathikus ist eigentlich ein „Einzelgänger“ und arbeitet gern allein. Bei Stress allerdings arbeitet er mit dem Nebennierenmark zusammen und gibt hier den Ton an. Hier wird Noradrenalin und Adrenalin produziert.

Der Hypothalamus – Hypophysen – Nebennierenrinden – Achse spielt eine zentrale Rolle bei chronischem Stress. Der Hypothalamus tut sich mit der Hypophyse zusammen und veranlasst die Nebennierenrinde dazu, Unmengen an Cortisol zu produzieren. Leider meinen es Hypothalamus und Hypophyse manchmal zu gut, und lassen Cortisol produzieren, obwohl keines mehr benötigt wird. Dies führt dann zu einem ständig erhöhten Cortisolspiegel.

Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol sind Stresshormone, die immer dann zum Einsatz kommen, wenn wir eine Situation oder ein Ereignis als gefährlich, nicht behebbar, nicht machbar einschätzen. Das Adrenalin bereitet den Körper auf Flucht vor und lässt z. B den Blutdruck und den Blutzucker ansteigen und es kommt zu Herzklopfen/Herzrasen. Noradrenalin ist u. a die „Vorstufe“ vom Adrenalin. Das Cortisol spielt eine entscheidende Rolle, wenn wir unseren Stresspegel nicht senken können und in einen „Dauerstress“ verfallen. Cortisol an sich ist lebenswichtig – ohne Cortisol kein überleben. Cortisol übernimmt lebenswichtige Aufgaben und bereitet uns, zusammen mit Adrenalin auf eine Flucht oder einen Kampf vor. Leider passiert das auch, wenn wir uns über unseren Chef geärgert haben oder im Stau stehen und darüber wütend werden – also keine guten Voraussetzungen für einen Kampf. Bei Dauerstress allerdings wird ständig Cortisol produziert und der Körper kann nicht in einen entspannten Zustand „zurück fallen“. Dem Körper wird durch den dauerhaft erhöhten Cortisolspiegel vermittelt, dass eine Gefahr droht und er im Dauereinsatz ist. Hält der Stress nun weiter an, kann es zur Erschöpfung der Nebennieren führen, sie können nicht mehr ausreichend Cortisol produzieren und die eigentlich wichtigen Leistungen für den Körper sind nicht mehr gewährleistet.

Die „Macher“ einer Stressreaktion sind vielfältig und sie stehen alle in engem Kontakt zueinander. Entscheidend bei dieser Reaktion sind vor allem unsere Diva und der durch ständig vorhandenen Stress erhöhte Cortisolspiegel. Anti – Stress – Trainings und Burnout – Kurse setzten u. a bei der Diva an. In diesen Kursen werden die eigenen Stresssituationen identifiziert und die dazu entstehenden Gedanken und Gefühle. Die in solchen Momenten negativen und unproduktiven Gedanken werden in positive Gedanken umgeändert und eingeübt – dadurch muss die Diva „leiser“ werden und funkt nicht immer dazwischen. Gepaart werden die Kurse mit unterschiedlichen Entspannungstechniken, um schneller zur Ruhe zu finden.

 

 

 

Warum Intros und Hochsensible oftmals lieber Schreiben als Sprechen von Corinna Wietelmann

Gespräche mit introvertierten Persönlichkeiten oder hochsensiblen Menschen können sehr schnell ins Stocken geraten und der Gesprächspartner gewinnt schnell den Eindruck von Langeweile oder Steifheit. Introvertierte und hochsensible Persönlichkeiten haben sehr viel zu sagen, nur ist dies nicht immer einfach.

Gespräche mit introvertierten und hochsensiblen Persönlichkeiten geraten oftmals schnell ins Stocken und wirken für den Gesprächspartner langweilig und steif. Introvertierten und hochsensiblen Persönlichkeiten wird vielfach nachgesagt, sie seien unkommunikativ, steif, langweilig und nicht flexibel. Sie gelten oft als „Spaßbremsen“, „Eigenbrötler“ und sogar „ungesellig“ – was allerdings nicht den Tatsachen entspricht.

Intros und hochsensible Persönlichkeiten haben eine Menge zu sagen und viele gute Ideen, die die Mitmenschen durchaus beeindrucken würden – kämen sie denn im richtigen Zeitpunkt, beim richtigen Gesprächspartner in der richtigen Wortwahl über ihre Lippen. Gespräche mit Intros kommen nicht ins Stocken, weil Intros nichts zu sagen hätten, sondern eher, weil sie nicht wissen, wie sie alles, was sie sagen möchten sagen sollen.

Die veränderte Informationsverarbeitung im Gehirn sorgt bei introvertierten und hochsensiblen Persönlichkeiten dafür, dass sie viel zu lange nachdenken müssen, bevor sie etwas sagen können „wie sage ich was“, „kann ich das besser formulieren“, „wie kommt das Gesagte beim Gegenüber an“, „sind Mimik und Gestik des Gesprächspartners mit seinem gesagten stimmig oder fallen mir Ungereimtheiten auf“, „wo liegen diese Ungereimtheiten“, „ist das, was ich sagen will auch das, was ich meine“. Wer so viele Dinge während einem Gespräch beachten muss, der muss zwangsläufig für Gesprächspartner steif und unkommunikativ wirken. Und introvertierte, hochsensible Persönlichkeiten müssen vielfach so denken – sie können daran nichts ändern, da diese Veranlagung angeboren ist.

Schreiben fällt dieser Gruppe von introvertierten und hochsensiblen Persönlichkeiten viel einfacher als das direkte Gespräch. Sie können hierbei in Ruhe nachdenken, werden nicht von Mimik und Gestik des Gesprächspartners abgelenkt und können sich genau auf das konzentrieren, was sie sagen möchten. Leider wird dem „perfekten“ Small – Talk in der Gesellschaft ein großer Stellenwert beigemessen, den viele dieser Intros nicht erfüllen können. Natürlich wird sich hier nicht jede introvertierte und hochsensible Persönlichkeit wiederfinden, da die Introvertiertheit und Hochsensibilität, wie alles andere auch, viele Gesichter hat.

Gesundheitsberatung-Stormarn

 

 

 

 

 

Work – Life – Balance von Corinna Wietelmann

Der Stressreport der Krankenkassen 2015 wartet mit erschreckenden Zahlen auf. Die Krankmeldungen und Berufsunfähigkeiten aufgrund psychischer Probleme steigen erschreckend an und es ist kein Ende in Sicht. Krankenkassen und Ärzte empfehlen und bewerben Anti – Stress – Trainings, Stress – Coachings und Entspannungsverfahren.

Die alltäglichen Anforderungen steigen stetig und bereits Grundschulkinder leiden an Burnout – Symptomen. Dauerhafter, negativer Stress kann zu den unterschiedlichsten Symptomen und Erkrankungen führen, die es im Vorfeld zu bekämpfen gilt.

Der Stressreport 2015 macht deutlich, dass Burnout und psychische Probleme aufgrund von Stress vor niemandem Halt machen und auch z. B Hausfrauen und Mütter nicht verschont bleiben. Dennoch gibt es einige Berufsgruppen, die verstärkt Gefahr laufen, an einem Burnout zu erkranken. Hierzu zählen u. a Manager, Krankenschwestern, Erzieher, Polizisten und Sanitäter.

Die Fragen sind in diesem Zusammenhang „warum erkranken immer mehr Menschen an Burnout“ und „was kann man aktiv tun, um seinen individuellen Stresspegel zu senken“.

Um den alltäglichen Stress bewältigen und reduzieren zu können ist es wichtig, über gut ausgeprägte Resilienz und Bewältigungsstrategien zu verfügen.

Resilienz ist die Fähigkeit, trotz Krisen und Schwierigkeiten eine psychische und körperliche Gesundheit zu erhalten. Um dies zu erreichen, sind vielfältige Bewältigungsstrategien notwendig. Menschen, die optimistisch sind und in ihrer Kindheit ein breites Spektrum an Bewältigungsstrategien erlernen konnten, gehen nachweislich gelassener und optimistischer mit Krisen um und sind darüber hinaus weniger anfällig für ein Burnout.

Die Schwierigkeit liegt darin, frühzeitig zu erkennen, dass der individuelle Stresspegel ungesunde Formen annimmt und hier Hilfe notwendig ist. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und so agiert er auch „er funktioniert“ und der „Autopilot“ ist eingeschaltet. Wir machen unsere Arbeit, ob Haushalt, Kinderbetreuung oder Job „wie automatisch“ und registrieren nicht, dass unsere Psyche bereits „negative Risse“ bekommt. Durch diesen „Autopiloten“, dass einfache „funktionieren“ verlieren wir die Achtsamkeit für unsere eigenen Bedürfnisse – wir verlieren zu Zugang zu unseren Gefühlen, Wünschen und Zielen. Dies kann auch passieren, wenn wir über lange Zeit Dinge machen, die wir nicht machen möchten oder „krampfhaft“ versuchen, bestimmte Eigenschaften oder Wünsche zu unterdrücken.

Hier kann u. a ein Achtsamkeitstraining hilfreich sein. Im Achtsamkeitstraining lernen Betroffene langsam und in kleinen Schritten einen gesunden Zugang zu ihren Gefühlen, Wünschen und Gedanken zu bekommen, diese anzunehmen und sie wieder los zu lassen. Der „Grundstock“ eines Achtsamkeitstrainings ist darüber hinaus die neu erworbene Fähigkeit, erlebte Ereignisse und Gedanken nicht mehr zu bewerten in „gut“, „schlecht“, „böse“. Auf diese Weise wird es möglich, positiver mit Stress, Problemen, Gefühlen und Gedanken umgehen zu können. Situationen die man nicht ändern kann werden (erst einmal) angenommen und eigene Wünsche und Ziele treten in den Vordergrund. Ein Achtsamkeitstraining kann u. a helfen bei Stress und Burnout, ADHS und hilft bei Autismus oder Hochsensibilität den Zugang zu eigenen Gefühlen zu bekommen.

 

ADHS bei Frauen oft unterschätzt und fehldiagnostiziert

Das ADHS keine Kinderkrankheit ist und sich nicht rauswächst, kommt langsam in den Köpfen der Menschen an. Die Statistik geht davon aus, dass ca. 60% aller Kinder mit ADHS auch im Erwachsenenalter bestimmte ADHS Verhaltensweisen beibehalten. Doch Frauen werden oftmals zu spät oder gar nicht diagnostiziert mit erheblichen Fehldiagnosen.

ADHS ist nicht ADHS und keine Aufmerksamkeitshyperaktivitätsstörung gleicht der anderen. Fällt der Begriff der ADHS entstehen automatisch Bilder von unfolgsamen Jungen, die sich an keine Regeln halten und über die Stränge schlagen. Doch auch Mädchen und Frauen können an einer AD(H)S erkranken, sie wird bei ihnen nur oft erst sehr spät erkannt und führt häufig zu vielen Fehldiagnosen.

ADHS Symptome bei Mädchen und Frauen äußern sich anders als bei Jungen und Männern. Mädchen werden oft mit ADS in Verbindung gebracht, der Aufmerksamkeitsdefizitstörung ohne Hyperaktivität. Diese äußert sich so subtil, dass diese Mädchen keine ADS Diagnose erhalten und ihnen somit eine wichtige und notwendige Behandlung b.z.w Begleitung verwehrt wird.

ADS äußert sich oft in still und brav sein, sich zurückziehen, träumen, verschlossen sein und auch in Konzentrationsstörungen. Lehrer beruhigen verunsicherte Eltern oft mit „sie ist halt ein Spätzünder, das wird noch“ – doch dies kann fatale Folgen nach sich ziehen.

Mädchen und Frauen mit ADS benötigen ebenso eine Therapie oder ein Coaching, wie Jungen mit ADHS, da die Verhaltensweisen wie Hyperaktivität und Unruhe bei weiblichen Betroffenen „innen“ abläuft. ADHS trägt Gefühle auf der Zunge, ADS auf der Seele. Dies führt, nicht erkannt u. a zu Diagnosen wie Depressionen, Borderline – Störungen, Angststörungen. Auch Essstörungen und Zwangsstörungen sind im Zusammenhang mit ADS keine Seltenheit. Das Selbstwertgefühl weiblicher Betroffener ist stark gefährdet und kann sich ebenso optimal entwickeln, wie das der ADHS betroffenen Jungen.

Dennoch ist eine ADHS auch bei Mädchen und Frauen möglich. Im Laufe des Lebens erlernen die Heranwachsenden, diese Verhaltensweisen zu kompensieren und sich anzupassen. Mädchen, die unruhiger sind als „normal“, die „nicht zu bändigen“ sind, die ständig in der Schule durch „Raufereien“ auffallen, die Schwierigkeiten haben, ihre Schule und ihre Ausbildung zu bewerkstelligen oder die immer wieder ihren Job verlieren sind keine Seltenheit.

Auch Mädchen und Frauen fangen permanent neue Dinge an, ohne sie zu Ende zu bringen und fühlen sich „wie getrieben“. Fühlen sich diese Betroffenen in die Enge getrieben, bevormundet oder gereizt, reagieren auch sie mit Aggressionen, Wutausbrüchen und Streitigkeiten.

Die Gefahr einer nicht – diagnostizierten oder/und nicht behandelten ADHS und ADS sind nicht nur die negativen Erfahrungen und Rückmeldungen im Leben mit einem geschwächten Selbstbewusstsein, sondern auch die „zusätzlichen“ Erkrankungen, die aus diesem „Seelenleid“ entstehen können, wie Persönlichkeitsstörung, Burnout, Suchttendenzen oder psychosomatische Erkrankungen aller Art.

 

ADHS und Essstörungen

Nicht nur die Diagnosen für ADHS steigen weiter an, auch in Schleswig – Holstein, auch die der Essstörungen. Neuere Statistiken belegen den Zusammenhang, zwischen einer ADHS und einem bis zu 20% erhöhtem Risiko einer gleichzeitigen Essstörung.

Die Medikamentenverschreibungen bei ADHS sind in den letzten zwei Jahren ein wenig gesunken, aber die erstellten Diagnosen einer ADHS gestiegen. Weiterhin gestiegen ist die Zahl der Essstörungen, im Zusammenhang mit einer ADHS.

Menschen mit einer Aufmerksamkeits-Defizit-(Hyperaktivitäts)-Defizitstörung nehmen sich und ihre Umwelt verändert wahr, sie können sich und andere nicht adäquat einschätzen. Diese veränderte Wahrnehmung wird u. a als Grund der ansteigenden Essstörungen in diesem Zusammenhang diskutiert.

Häufig vertreten ist bei einer ADHS die sogenannte Magersucht, die Betroffenen fühlen sich prinzipiell zu dick, hässlich, nicht dem Trend entsprechend. Doch gerade die Anorexie oder die Bulimie, sind eine lebensgefährliche Form einer Essstörung. Werden Anorexie und Bulimie nicht frühzeitig erkannt, führt dies, im Laufe der Jahre, zu lebensgefährlichen Störungen des Körpers.

Doch auch die „Fresssucht“ ist eine Essstörung und ebenfalls häufig im Zusammenhang mit ADHS anzutreffen. Hierbei essen die Betroffenen Unmengen an Nahrungsmitteln, ohne sie, wie bei der Anorexie, wieder zu erbrechen oder/und mit Abführmitteln Abhilfe zu schaffen. Die gesundheitlichen Schäden sind hier nicht weniger gravierend, können doch Diabetes, Adipositas, Herz – Kreislaufstörungen und vieles mehr auftreten.

Ein nicht zu verachtender Grund für eine Essstörung bei ADHS ist der chronische Stress, unter den die meisten der ADHS Betroffenen stehen. Der gesellschaftliche Druck, die Anforderungen und das Wissen „es nicht recht machen zu können“ führt entweder dazu, dass die Betroffenen versuchen, wenigstens durch einen „perfekten“ Körper Anerkennung zu finden oder aber unkontrolliert Essen, „Frustfressen“.

Weiterhin versuchen Menschen mit ADHS /ADS ihr mangelndes Selbstvertrauen durch essen zu kompensieren und geraten somit immer tiefer in den Teufelskreis.

Es ist in diesem Zusammenhang wichtig, eine ADS oder ADHS immer zu therapieren oder sich anderweitig Hilfe für die Bewältigung individueller Schwierigkeiten zu suchen. Eine nicht erkannte oder nicht adäquat geförderte ADS / ADHS erhöht das Risiko, zusätzlich an einer Essstörung zu erkranken um ca. 20%. Dies betrifft sowohl Kinder, Jugendliche wie auch Erwachsene.

Auch im Erwachsenenalter kann somit ein individuelles und auf die jeweiligen Bedürfnisse abgestimmtes Coaching helfen, das Leben lebenswerter zu machen und den Alltag wie auch das Berufsleben besser zu strukturieren. Hierbei sollte auch immer das Thema „Ernährung“ mit erläutert werden. Wichtig ist hierbei, die Stärken eines jeden Einzelnen zu erkenne und auszubauen. Nicht das Festhalten an den „Problemstellen“ macht ein Coaching oder eine Therapie erfolgreich, sondern der „Zugewinn“ an Stärken. Diese individuellen Stärken sollen weiter ausgebaut werden und zu Erfolgserlebnissen verhelfen. Viele Menschen mit ADHS zerbrechen sich jahrelang den Kopf, wie sie ihre Schwächen überwinden und verbergen können, statt sich auf ihre Stärken zu konzentrieren.

 

Hochsensibilität – Anpassung an Umwelt

Hochsensible Persönlichkeiten verbringen oftmals ihr Leben damit, sich an den Rhythmus und Tatendrang der Mitmenschen anzupassen. Dies geschieht aus Unwissenheit über das Vorhandensein einer Hochsensibilität wie auch aus Scham und dem Drang, „mithalten zu wollen“.

Hochsensible Persönlichkeiten verbringen oftmals ihr Leben damit, sich an die Umwelt anzupassen. Dies geschieht einerseits aus Unwissenheit, andererseits aus dem Bestreben heraus, „mithalten“ zu können – und büßen ihre Energie und ihr wirkliches „Selbst“ ein.

Die angeborene Hochsensibilität bringt eine Menge an positiven Eigenschaften und Stärken mit die, optimal gefördert, zu Höchstleistungen führen können. Dennoch ist das heutige Leben in einer „Ellenbogengesellschaft“ voller Hektik und Unruhe „Gift“ für hochsensible Persönlichkeiten. In dieser Leistungsgesellschaft den Rhythmus der Umwelt einnehmen zu wollen und „mithalten“ zu wollen, kostet hochsensible Persönlichkeiten Kraft, Energie und oftmals die Gesundheit.

Die physiologischen Prozesse erfordern von hochsensiblen Persönlichkeiten mehr Auszeiten, mehrere kleine Pausen am Tag und vor allem mehr Zeit für sich. Die vielen täglichen einströmenden Reize müssen in „Stille“ verarbeitet werden und der Kopf muss nach einem langen Tag voller Hektik und Unruhe wieder zur Ruhe kommen. Laute Geräusche, intensive Gefühle, Bilder und Emotionen müssen in der „hochsensiblen Art und Weise“ verarbeitet werden. Tägliche Konflikte und Kritikpunkte, die eine hochsensible Persönlichkeit viel schneller wahrnimmt, viel schneller auf sich persönlich bezieht und viel länger verarbeiten muss, müssen sich erst einmal wieder „setzten“ und „verdaut“ werden.

All dies ist bei hochsensiblen Persönlichkeit viel stärker ausgeprägt, als bei anderen Menschen und benötigt ebenso mehr Zeit um verarbeitet zu werden. Dies auf Dauer zu ignorieren und sich dem Tempo der Umwelt anpassen zu wollen, führt u.a zu leeren „Batterien“, Burnout, Frust und Depressionen.

Erkennen sie ihren eigenen Rhythmus und akzeptieren sie ihn. Akzeptieren sie, dass sie nicht jede Party mitnehmen können, dass sie ein Seminar von 6 Std einfach fertig macht und das sie Zeit alleine benötigen um sich zu regenerieren.

Um eine Sache ändern zu können, muss man sie erst einmal akzeptieren.

Erstellen sie eine Liste mit Dingen, die sie machen um sich anzupassen. Beobachten sie sich über vier Wochen lang und erweitern sie diese Liste immer ein Stückchen mehr – und seien sie Ehrlich zu sich selber. Schreiben sie alle Dinge auf, die sie machen oder auch nicht machen, nur um sich der Umwelt anzupassen. Danach schreiben sie hinter jeden dieser Punkte, warum sie diese Dinge machen. „Um den lieben Frieden willen“, „weil sie sich schämen“, „weil sie nicht möchten, dass die Umwelt mitbekommt, dass sie es eigentlich nicht möchten“, „weil es jemand von ihnen verlangt“ – auch hier gilt, ehrlich sein.

Wenn sie diese Punkte erfüllt haben, überlegen sie sich, welchen Punkt sie am einfachsten ändern können – also „sie selber werden“, und markieren diesen Punkt. Nun überlegen sie sich zu diesem einen Punkt eine Alternative und formulieren diese schriftlich. Diese Alternative wenden sie ab jetzt sofort an.

Machen sie sich Notizen zu dieser Alternative, wie sich fühlen, ob die Veränderung einfach war und vor allem, wie die Umwelt darauf reagiert hat. Wenn sie sich gut mit dieser Veränderung fühlen, üben sie diesen Vorgang einige Wochen lang und suchen sich nun einen zweiten Punkt der Veränderung aus.

 

 

 

Segen und Fluch – Hochsensitivität

Sie fühlen mehr und anders, sie sehen mehr und anders, sie hören mehr und anders und fühlen sich auch anders. Bisher wurde das Thema Hochsensitivität nicht allzu oft erwähnt, und doch gibt es die – die Hochsensitiven.

Sie fühlen sich anders und nicht verstanden. Sie fühlen mehr, sie riechen mehr, sie sehen mehr, sie hören mehr und anders. Sie werden von der Umwelt als „komisch“ abgestempelt und fühlen sich auch so – komisch und anders.

1996 veröffentlichte die amerikanische Psychologin N. Aron das erste Buch über hochsensitive Menschen und es wurde ein Bestseller. Diese Menschen sind reizoffener und werden durchaus von diesen Reizen überflutet, die sie vermehrt wahrnehmen und auch anders verarbeiten als andere Menschen.

Als Ursache dieser vermehrten Wahrnehmung wird eine spezielle neuronale Konstitution in Erwägung gezogen. Die Erregung der Großhirnrinde ist im Gegensatz zu anderen Menschen erhöht und es werden durch eine andere Verarbeitungsweise des Thalamus mehr Reize als wichtig eingestuft. Die Sinnesorgane nehmen so zwar nicht mehr Informationen auf, aber es werden aber weniger Sinneseindrücke „raus gefiltert“ und somit kommt es zur Reizüberflutung dieser Menschen.

Je nach individuellem Typus sind die „Folgen“ unterschiedlich. Die einen hören mehr, die anderen sehen mehr, die anderen riechen mehr und die anderen fühlen mehr. Viele hochsensitive Menschen fühlen die Stimmungen und „Launen“ ihrer Mitmenschen, und diese „schwappen“ dann auf die hochsensitiven Menschen über. Sie fühlen „das etwas nicht stimmt“, „das etwas in der Luft liegt“ – ihr Magen meldet sich, die Intuition, die diese Menschen niemals trügt. Sie fühlen Schwingungen, die sie nicht immer fühlen möchten.

Andere hochsensitive Menschen bekommen oder / haben „Bilder“, die andere Menschen nicht sehen. Sie sehen Dinge, die sie nicht immer sehen möchten.

Hochsensitive Menschen gelten als „zart beseidet“, „überempfindlich“, „nicht belastbar“ oder „sonderlich“. Das entspricht allerdings nicht der Realität. Diese Menschen sind aufgrund der intensiveren Wahrnehmung

- Phantasievoller und denken lange über Dinge nach

- Erhöhte Schmerzempfindlichkeit

- Reagieren Überempfindlich auf Lärm und grelle Farben

- Ausgeprägtes Langzeitgedächtnis

- Stimmungen, Launen, Empfindungen werden „aufgenommen“ und gefühlt

- Ausgeprägte Intuitionen – Bauchgefühl

Dies sind nur einige Beispiele, die lange nicht vollständig sind.

Aufgrund der hohen Reizverarbeitung und dem „nicht abstellen können“ dieser Reize befinden sich hochsensitive Menschen im Dauerstress und sind schnell erschöpft und sensibel ( deswegen sind sie aber keine „Sensibelchen“ im eigentlichen Sinn). Sie erwecken den Anschein, als seien sie introvertiert, legen alles auf die Goldwaage und schließen von sich auf andere.

Segen und Fluch – Hochsensitivität. Diese Menschen haben oft große Schwierigkeiten mit und in unserer Gesellschaft. Durch die permanente Reizüberflutung benötigen diese Menschen viel Ruhe und Entspannung. Sie meiden häufig große Menschenansammlungen oder laute Geräusche. Erschwerend hinzu kommt die Tatsache, dass hochsensitive Menschen oft mit ihren „übermächtigen“ Eindrücken alleine sind, da sie kaum oder niemanden von ihren Wahrnehmungen erzählen können.

Hochsensitive Menschen können ihre Wahrnehmungen nicht einfach abstellen. Die einen sehen, die anderen hören, die anderen fühlen alles und zwar immer.

Hochsensitive Kinder sind

- Überfordert von Reizen

- Sensibel

- Intuitiv

- Schüchtern und zurückhaltend

- Kreativ

- Mitfühlend

- Hilfsbereit

- Benötigen viel Geborgenheit

- Aggression, Rückzug, Hyperaktivität aufgrund der Reizüberflutung

- In der Schule haben sie oft Schwierigkeiten (ihre Wahrnehmung und ihre Interessen passen nicht zum Schulstoff)

- Benötigen viel Ruhe um sich zu erholen

Weiterführende Literatur für Eltern: Rolf Sellin

 

 

 

Stärken bei Hochsensibilität und Introvertiertheit fördern

Hochsensible und /oder introvertierte Menschen sind eine Minderheit, aber dennoch mit ca. 15 – 20% der Bevölkerung überall vertreten. Sie werden unterschätzt, wissen selber nicht, dass sie hochsensibel und / oder introvertiert sind und ihre Stärken liegen „brach“.

Circa 15 – 20% der Bevölkerung sind hochsensibel und/oder introvertiert. Nicht jeder hochsensible Mensch ist gleichzeitig introvertiert, aber dennoch 70% und somit viel häufiger anzutreffen als extravertierte hochsensible Menschen.

Sie nehmen anders wahr, fühlen anders, riechen anders, hören anders. Sie empfinden tiefer und deutlicher, sehen und fühlen Dinge, die ihre Umwelt nicht wahrnimmt. Dank bildgebender Verfahren konnte bewiesen werden, dass diese Menschen „völlig normal“ sind auch, wenn man sie oft Jahrzehnte lang etwas anderes glauben gemacht hat.

Die Gehirne hochsensibler Menschen und auch der introvertierten Menschheit arbeitet nachweislich anders. Sie nehmen Eindrücke viel tiefer wahr, was zu verlängerten Reaktionszeiten führen kann, aber auch zu Erscheinungen wie „mehr sehen“ und „mehr fühlen“ als ihre Mitmenschen. Bei introvertierten Menschen kommt eine Veränderung der präfrontalen Kortex hinzu, dem Bereich in dem sich erinnern, lernen, Gedächtnis, Planen abspielt.

Die veränderte Wahrnehmungs – und Verarbeitungstiefe im Gehirn sorgt u. a dafür, dass diese Menschen schneller erschöpft sind als ihre Mitmenschen ( ihr Gehirn denkt immer und steht niemals still), sie lieben es oftmals, alleine zu sein (nur so können sie sich um ihre eigenen Gedanken kümmern und Energie tanken), sie mögen keine Menschenmengen und im Mittelpunkt zu stehen ( das leert die ohnehin schnell strapazierten Batterien) und sie mögen oftmals keinen Small – Talk (ist uninteressant, wird nicht verstanden, ist ermüdend – sie lieben tiefgründige Gespräche).

Diese normalen Erscheinungen führen allerdings dazu, dass viele hochsensible und / oder introvertierte Menschen seit ihrer Kindheit Sätze verankert haben wie, „man bist du ne Mimose“, „lach doch mal“, „du bist doch echt unsozial“, „du bist langweilig“ oder „aus dir wird nie was“. Dies führt wiederum dazu, dass hochsensible und introvertierte Menschen oftmals an einem mangelnden Selbstbewusstsein leiden und sich ihrer Stärken nicht bewusst sind.

Auch in der Berufswelt werden diese Menschen benachteiligt und unterschätzt, da sie nicht fähig sind, ihre Stärken und ihr Können „lauthals an den Mann zu bringen“. Sie werden oftmals bei Beförderungen übergangen, bei Gehaltsbesprechungen benachteiligt und bei wichtigen Projekten nicht mit einbezogen. Die individuellen Stärken dieser Menschen werden übersehen und nicht gewinnbringend für die Unternehmen genutzt.

Gelingt es Unternehmen, sensibler auf ihre Mitarbeiter zu achten und erkennen zu können, ob sie hochsensible und/oder introvertierte Mitarbeiter an ihrer Seite haben, kann es ihnen gelingen, die Stärken dieser Mitarbeiter optimal zu nutzen.

 

 

Stärken, die es zu nutzen gilt sind u.a

- Empathiefähigkeit

- Sich an einem Projekt festbeißen können

- Zu hören können

- Gerechtigkeitssinn

- Tiefgreifendes und umfangreiches Denken (auch über Ecken )

- Analytisches Denken

- Umfangreiche Kenntnisse für ihr Arbeitsgebiet

- Kreativ und vorausschauend

- Ordentlich und gut vorbereitet

- Detailliebe

- Zuverlässigkeit

Diese Eigenschaften sind nur ein kleiner Ausschritt, aus den vielen Möglichkeiten der individuellen Stärken, doch zeigt er bereits wieviel es für ein Unternehmen zu fördern gibt um diese Stärken gewinnbringend einsetzen zu können.

 

ADHS oder Hochsensibilität Autorin Corinna Wietelmann, www.gesundheitsberatung-stormarn.de

Die ADHS Diagnosen steigen weiter an und es ist kein Ende in Sicht. Trotz alarmierender Zahlen der Krankenkassen sind immer noch viele Ärzte sehr schnell der Überzeugung, dass nur Ritalin & Co helfen könnten. Aber es werden viele kritische Stimmen laut.

ADHS ist immer noch in aller Munde und trotz alarmierender Zahlen der Krankenkassen steigen die Diagnosen weiter an – ebenso wie die Verabreichung von Ritalin & Co. Seit geraumer Zeit werden die kritischen Stimmen laut, die zu mehr Vorsicht mahnen. Gerade durch die neu erschienenen Berichte, dass Ritalin & Co weniger wirksam sind als bislang angenommen und zu dem noch über gravierende Nebenwirkungen verfügen, wird es Zeit, den Blickwinkel zu ändern.

Anzeichen einer ADHS

- Hyperaktivität

- Unruhe

- Impulsivität

- Reizoffenheit

- Konzentrationsschwäche

- Aufmerksamkeitsschwäche

Dies sind die „Kardinalssymptome“, die bei einer ADHS auftreten – mehr oder weniger stark ausgeprägt, je nach individuellem Typ.

Anzeichen einer Hochsensibilität ( bei Kindern )

- Unruhe

- Impulsivität

- Reizoffenheit

- Konzentrationsschwäche

ADHS und Hochsensibilität verfügen über eine veränderte Wahrnehmung und eine Reizoffenheit, d.h Reize werden nicht nach „wichtig“ und „unwichtig“ unterteilt und ausgefiltert, sondern gelangen „unsortiert“ in das Gehirn. ADHS und Hochsensibilität nehmen Stimmungen und Stimmungsschwankungen ihrer Umwelt schneller wahr – können aber nicht immer adäquat darauf reagieren. ADHS und Hochsensibilität neigen zur Unruhe und Hyperaktivität, aufgrund der permanent eintreffenden Reize im Gehirn – „das Gehirn schwappt über“.

ADHS und Hochsensibilität sind sehr emotional, haben ein geschwächtes Selbstbewusstsein, beziehen vieles auf sich und sind „dünn beseidet“. ADHS und Hochsensibilität nehmen mehr wahr, riechen, schmecken, hören, sehen und fühlen mehr als andere und verfügen über eine gesteigerte Intuition.

ADHS und Hochsensibilität müssen eine enorme tägliche Anpassungsleistung vollbringen, um dem Alltag mit den jeweiligen gesellschaftlichen Normen einigermaßen gerecht werden zu können. Darüber hinaus versuchen beide oftmals ihre Denkweisen und Verhaltensweisen „zu vertuschen“ und verleugnen „ihr eigenes ich“, um nicht mehr aufzufallen, als sie es sowieso schon tun.

Dies ist nur ein kleiner Vergleich zwischen ADHS und Hochsensibilität, der zum Nachdenken anregen soll. Die Wissenschaft ist sich darüber hinaus, wie bei vielen Dingen, uneins, ob es nun einen Zusammenhang gibt oder eben nicht.

Dennoch sollten alle Möglichkeiten bedacht werden und in Erwägung gezogen werden, bevor eine durchaus folgenschwere Entscheidung wie „ADHS“ getroffen wird. Die Diagnose „ADHS“ wird ein Stempel für diese Menschen, den sie nicht wieder los werden. Allerdings sollten ADHS Betroffene ebenso individuell und optimal gefördert werden, wie hochsensible Menschen.

 

ADHS im Erwachsenenalter – oft unterschätzt mit gravierenden Konsequenzen von Corinna Wietelmann

ADHS galt lange Zeit als Kinderkrankheit und man brachte das Erscheinungsbild immer mit dem „Zappelphillip“ in Verbindung. Mittlerweile ist allerdings klar, dass sich ADHS nicht rauswächst sondern erwachsen wird.

Hört man den Begriff der ADHS sieht man automatisch den „Zappelphillip“ oder den Michel aus Lönneberger vor sich. Man denkt an zappelnde Kinder, die sich keinen Regeln unterwerfen möchten und über Tische und Bänke springen. Doch heute ist klar, dass ADHS keine Kinderkrankheit ist und sich nicht raus wächst – es verändert nur das Erscheinungsbild und es wird angenommen, dass ca. 750.000 Erwachsene betroffen sind.

Viele Erwachsene wissen nicht, dass sie an ADHS „leiden“ oder aber schweigen aus Scham, doch dies ist der falsche Weg. Eine behandelte ADHS führt zu u. U zu gravierenden Beeinträchtigungen im Alltag und oftmals zu weitreichenden Folgeerkrankungen.

Die Erscheinungsformen der ADHS im Erwachsenenalter sind individuell und können nicht an einer eindeutigen „Skala“ abgelesen werden, was die Diagnostik durchaus erschwert. Dennoch gibt es einige Anzeichen im Erwachsenenalter, die auf eine ADHS deuten lassen.

- Innere Unruhe

- Getrieben sein

- Der ständige Vorwurf nicht zu zuhören

- Strukturproblem

- Organisationsprobleme

- Zwischenmenschliche Beziehungen sind extrem erschwert

- Ständiges vergessen und verlegen

- Immer alles auf sich beziehen

- Aggressivität

- Stimmungsschwankungen

- „von 0 auf 100 in 0,2 Sek“

Dies sind nur einige mögliche Anzeichen, die in Frage kommen. Sollten sie darüber hinaus auch in der Kindheit Probleme gehabt haben mit Impulsivität, Hyperaktivität und Aufmerksamkeit, dann sollten sie einen Arzt aufsuchen und mit ihm die Diagnostik in die Wege leiten.

Eine nicht behandelte ADHS kann im Erwachsenenalter zu schwerwiegenden Folgeerscheinungen führen.

- Depression

- Sucht

- Angststörungen

- Zwangsstörungen

- Borderline – Störung

- Essstörung

- Psychosomatische Beschwerden

Auch für das Erwachsenenalter gibt es weitreichende Hilfen, die nicht immer unbedingt bei einem Therapeuten in Anspruch genommen werden müssen. Gerade im Umgang mit den alltäglichen Schwierigkeiten wie Ordnung, Struktur, Partnerschaft, Stress und geeignete Jobvoraussetzungen schaffen, kann der Besuch bei einem Coach hilfreich sein.

Die große Schwierigkeit besteht in der eigenen Wahrnehmung. Da ADHS´ler aufgrund vieler biologischer Vorgänge, eine andere Wahrnehmung von sich und der Umwelt haben, nehmen sie häufig selber nicht wahr, dass sie anders sind. Viele ADHS´ler denken, die Umwelt ist kompliziert und anstrengend…

Es ist wichtig, die individuellen Stärken zu fördern, um die Schwächen in den Hintergrund treten zu lassen. Die Stärken von ADHS sind u. a Hilfsbereitschaft, Kreativität, um die Ecke denken, Loyalität, Willenskraft, Lust auf Neues.

Wenn es gelingt, diese Stärken ( und die individuellen Stärken eines jeden ) optimal in den Alltag und das Berufsleben zu integrieren, steht einem optimistischen, positiven Leben und einem erfüllten Arbeitsleben nichts im Wege. Im Bezug auf den Beruf kann es auch hilfreich sein, dass Unternehmen über die Besonderheiten von ADHS zu informieren um den Arbeitsplatz optimal anzupassen.

 

Die MANANA – Kompetenz

MANANA ist kein neues Gericht oder ein neues Getränk. MANANA beschreibt u. a die individuellen und persönlichen Bewältigungsmöglichkeiten bei Stress. MANANA ist „Gelassenheit, Leben, Entspannung“.

Stress gehört zum Leben dazu wie die Luft zum Atmen. Ein Leben ohne Stress währe langweilig und wir würden uns nicht weiterentwickeln. Wir würden nichts lernen, würden uns keinen Anforderungen stellen und wüssten vor Langeweile nicht, was wir machen sollten.

„Stress ist die Würze des Lebens“ (Hans Selye)

Für viele Menschen ist das Leben aber längst „überwürzt“ und „versalzen“. Der neu erschienene Stressreport 2015 spricht Bände, und diese sind sehr bedenklich. Immer mehr Menschen – auch Kinder – leiden unter krankmachendem Stress und Burnout. Langezeit galt Stress und Burnout als Managerkrankheit, doch diese Zeiten sind längst vorbei. Bereits Grundschulkinder leiden an Stresssymptomen wie Bauch / Kopfschmerzen, Unkonzentriertheit und Angst.

Dennoch ist Stress für jeden Menschen etwas anderes und viele Menschen leben mit täglichem Stress, ohne krank zu werden und ohne Stresssymptome auszubilden. Hierbei muss man zwischen normalem Stress und ständigem Dauerstress unterscheiden. Normaler Stress ist „ die Würze unseres Lebens“, Dauerstress macht krank.

Bei Stress produziert der Körper vermehrt Adrenalin und Noradrenalin. Diese Hormone lösen im Körper die bekannte „Flucht – Kampf – Reaktion“ aus und wir fliehen entweder oder gehen in die Offensive und „kämpfen“. Besteht aber nun über längere Zeit ein erhöhter Stresspegel, mit anhaltend erhöhtem Adrenalinspiegel, wird ebenfalls vermehrt Cortisol gebildet – und dieser permanent erhöhte Cortisolspiegel macht krank.

Ein ständig erhöhter Cortisolspiegel führt u. a dazu, dass Blutfette nicht abgebaut werden, die Durchblutung wird gehemmt und der Energiestoffwechsel wird gesenkt. Gleichzeitig signalisiert dieser Mechanismus dem Körper, dass er in der „Flucht – Kampf – Stellung“ ist und es wird wiederum Adrenalin frei gesetzt.

Es ist also wichtig, ein Gleichgewicht zwischen Stress und Entspannung anzustreben, um den Stresshormonen zu ermöglichen, sich in einer gesunden Balance zu befinden. Der Körper muss die Möglichkeit haben, diese Stresshormone wieder abzubauen um sie dann, bei Bedarf, wieder neu „Herzustellen“.

Stress ist individuell. Jeder Mensch empfindet etwas anderes als stressig und jeder Mensch reagiert anders auf diese Situationen. Die möglichen Stress – Bewältiger sind ebenso individuell wie auch vielfältig. Genauso wenig wie Joggen für jedermann geeignet ist um Stress abzubauen, ist lesen oder tanzen für jedermann geeignet. Versucht man mit einer ungeeigneten Bewältigungsstrategie Stress abzubauen, erzeugt dies nämlich u. a. Druck ( es funktioniert nicht, man hat keinen Spaß dabei ) und der Stresspegel steigt erneut an.

Somit ist es wichtig herauszufinden, was die eigenen, persönlichen Bewältigungsmöglichkeiten überhaupt sind, um sie dann gewinnbringend und produktiv einzusetzen.

Dr. Gunter Frank und Dr. Maja Storch haben hierzu das Manana – Konzept entwickelt. Es erklärt anschaulich, dass jeder Mensch individuell ist und somit der entstehende Stress und die Bewältigungsmöglichkeiten ebenso.

Dr. Frank und Dr. Storch haben einen Fragebogen entwickelt, der Aufschluss gibt, welche Bewältigungsmöglichkeiten für jeden Einzelnen geeignet sind, und welche Bewältigungsmöglichkeiten individuell „unnütz“ sind. Dieser Fragebogen ermöglicht es, seine eigenen, individuellen Bewältigungsmöglichkeiten zusammen zu stellen und dem krank machendem Dauerstress entgegen zu wirken.

 

Test oben unter Flyer und Dateien!

 

Oppositionelles Trotzverhalten

Kinder und Jugendliche mit oppositionellem Trotzverhalten fallen auf. Sie reagieren aggressiv, wütend, halten keine Regeln ein, wiedersprechen Eltern und Lehrern und können unter Umständen mit dem Gesetz in Konflikt kommen.

Oppositionelles Verhalten ist weiter verbreitet als man denken mag. Eine Studie mit über 10000 Kindern und Jugendlichen geht davon aus, dass ca. 4,6 % aller Kinder und Jugendliche im Alter von 5 bis 15 Jahren und 1,8% der Mädchen diese Diagnose erhält. Eine andere Studie aus Holland erhöht die Zahl der auffälligen Kinder und Jugendlichen auf bis zu 16 %.

Kinder und Jugendliche mit oppositionellem Verhalten fallen auf, und das u. U schon recht früh. Sie halten sich an keine Regeln, wiedersprechen Lehrer, Erzieher und Eltern, sind aggressiv und schlagen auch schon mal zu. Sie stören den Unterricht, schwänzen die Schule, beklauen und erpressen andere Kinder und verweigert alle Aufforderungen.

Oppositionelles Verhalten kann sich bereits in sehr jungen Jahren zeigen. Wird dies nicht erkannt und schnellst möglichst und individuell behandelt und diesem Verhalten gegengelenkt, können schwerwiegende Verhaltensstörungen entstehen. Diese Verhaltensstörungen enden nicht selten im Gefängnis oder / und regelmäßigen Besuchen der Polizei.

Die Ursachenforschung für oppositionelles Trotzverhalten ist immer multimodal, d. h es existiert nicht die eine Ursache, sondern ein Zusammenspiel vieler Ursachen.

Elternverhalten:

Das trotzige Verhalten des Kindes ist erlernt und führte sehr häufig zu dem vom Kind angestrebten Erfolgen – es erreicht mit diesem Verhalten ein bestimmtes Ziel. Das Ziel allerdings ist immer individuell. Es kommt häufig vor, dass es Eltern an wirksamen Erziehungsstrategien fehlt und in wichtigen Momenten unwirksame Maßnahmen ergriffen werden (schimpfen, schlagen, bei einem Nein immer lachen).

Ein weiterer Grund kann sein, dass die täglichen Abläufe (Hausaufgaben, Essen, Spielen, Schlafen) nicht zeitlich strukturiert sind und dem Kind weder Halt noch Orientierung bieten. Das Kind findet auf diese Weise immer eine „Lücke“ zum „nicht erfüllen“ von Aufgaben und erhält somit einen Erfolg.

Oftmals und nach längerer Zeit dieses Verhaltens, richten Eltern ihren Blick immer mehr und ausschließlich auf die negativen Eigenschaften der Kinder und geraten so in einen Teufelskreis. Eltern und Lehrer fokussieren sich auf die Schwächen und übersehen die Stärken. So bekommen die Kinder und Jugendlichen nur noch Verstärkung bei negativen Dingen und ihr Selbstwert sackt noch weiter ab. Hierdurch lernen die Kinder, dass es egal ist, wie sie reagieren und können eine ignorierende Grundhaltung entwickeln. Somit folgen sie keinen Aufforderungen mehr.

Biologisch – genetisch:

Diese Variante wird ausführlich diskutiert. Hierzu kommt u. a ein schwieriges Temperament des Kindes und Jugendlichen. Darüber hinaus ist eine Veränderung des Frontallappens des Gehirns und der Basalganglien auffällig, die für die Selbststeuerung, Selbstreflexion und das Planen zuständig sind. Ebenfalls in Betracht kommt eine Störung im Dopaminhaushalt, was wiederum zu einer erschwerten Impulskontrolle führt.

Eine Fehlfunktion des Systems der präfrontalen Cortex und des Striatums führen zu einer veränderten Informationsverarbeitung.

Negative Verstärkung:

Häufig verstärken Eltern und Lehrer eben das Verhalten, welches eigentlich nicht erwünscht ist. Dies geschieht oft unbewusst, führt aber zu einer Aufrechterhaltung von ungebetenem Verhalten.

Coersives Verhalten ( erzwingendes Verhalten ):

Da die bisher versuchten Erziehungsmaßnahmen keinen Erfolg erzielt haben, wenden Eltern oft Druck, Zwang und Strafen an, um gestellte Aufforderungen an die Kinder erfüllt zu bekommen. Dies erzeugt allerdings wiederum Gegendruck und es entsteht wiederum ein Teufelskreis.

Therapiemöglichkeiten:

An erster Stelle steht die Aufklärung und Beratung der Eltern. In ausführlichen Gesprächen wird die genaue Problematik erörtert. Weiterhin steht die Beobachtung der Eltern – Kind – Interaktion im Alltag an erster Stelle. Das Verhalten von Kindern und Eltern ist erlernt und steht immer im Zusammenhang. Es muss erörtert werden, in wie weit Eltern bestimmte Erziehungsstrategien ändern sollten oder / und die Kinder und Jugendlichen ihr Verhalten ändern müssen. Es wird eine genaue Zielanalyse mit den Eltern erarbeitet, die dann wiederum in viele kleine und bewältigbare Teilaufgaben unterteilt wird.

Es wird weiterhin immer angestrebt, dass sich die Eltern – Kind – Interaktion verbessert und stabilisiert. Da sich zu diesem Zeitpunkt Eltern wie Kinder oftmals in einem Teufelskreis befinden, ist es wichtig und notwendig, diesen zu unterbrechen.

Eltern, Lehrer und Kinder erlernen in gesonderten Trainingseinheiten neue Verhaltensweisen, die nach Möglichkeit an den Alltag angepasst werden.

 

Homöopathie bei AD(H)S

Foto: (c) awi/t24- Juli 2015

Die Auffälligkeiten einer AD(H)S sind vielfältig und individuell. Dennoch gibt es einige Kernbereiche, in denen die Symptome auftreten. Oft stehen Eltern vor der Frage, ob sie die AD(H)S Therapie ihrer Kinder mit Medikamenten unterstützen sollten.

Viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit AD(H)S bekommen Medikamente, zur Unterstützung einer Therapie oder eines Trainings. Diese Medikamente sind aber, je nach Studie, nicht unumstritten und viele Eltern und Betroffene suchen oftmals nach alternativen Möglichkeiten.

Bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit AD(H)S hat sich u. U sehr wohl auch die Homöopathie bewährt, ebenso wie in manchen Fällen auch Bachblüten. Bereits 2007 wies die Ärztin Doren Paal darauf hin, dass Homöopathie in einer Behandlung von ADHS nicht fehlen dürfte.

Die Homöopathie wirkt, ohne die Persönlichkeit zu verändern, es gibt keine Nebenwirkungen oder eventuelle Spätschäden. Die Homöopathie hilft auf natürliche Art und Weise, die „Selbstheilungskräfte“ zu aktivieren und ein eventuelles Ungleichgewicht der Emotionen auszugleichen.

Die Wahl des richtigen Mittels ist nicht einfach, da es hunderte von möglichen homöopathischen Mitteln gibt. Ein Heilpraktiker, spezialisiert auf Homöopathie oder ein spezialisierter Arzt können hierbei sehr hilfreich sein. Dennoch gibt es einige „Grundmittel“, die sie gefahrfrei einsetzen können.

Wutanfälle, extreme Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen

Valeriana

Hyperaktivität, ständiges zappeln und aufspringen

Kalium bromatum, Stramonium

Ständiges Diskutieren, wiederspricht permanent

Nux vomica

Schlafstörungen,

Probleme mit Tag – Nacht - Schlafrhythmus

Rhus toxicodendron

Cypripedium pubescens

Zusätzliche Tics, Defizite in Grob – und Feinmotorik, Überempfindlich gegen Geräusche, Gerüche, Berührung

Agaricus

Kann sich nicht alleine beschäftigen, will permanente Aufmerksamkeit, Ängste, sehr sensibel

Calium phosphoricum

Unordentlich, unorganisiert, egozentrisch, respektlos, „zerstreuter Professor“

Sulfur

Schreibfehler, schlechtes Gedächtnis, vergisst in Sekunden, Nervosität

Lycopodium, Agaricus muscarius

 

Diese homöopathischen Mittel bekommen sie in jeder Apotheke. Verwenden sie nach Möglichkeit D12 Potenzen und geben sie ihrem Kind 2x5 Globuli oder 3x5 Globuli pro Tag. Sollte sich nach drei Wochen keine Besserung der Symptome einstellen, suchen sie sich einen guten Heilpraktiker oder Arzt, der auf Homöopathie spezialisiert ist. Die oben genannten homöopathischen Mittel können natürlich auch bei Erwachsenen angewandt werden und unabhängig von einer AD(H)S Diagnose.

 

GUK Gebärden unterstützende Kommunikation

Bildquelle: www.ds-infocenter.de

Fällt der Begriff „Gebärdensprache“, denkt man unweigerlich an stumme oder taub –stumme Menschen, die auf diese Weise kommunizieren. Mittlerweile existieren viele verschiedene Möglichkeiten, der Gebärden und ebenso viele unterschiedliche Einsatzbereiche.

Die GUK – die Gebärden unterstützende Kommunikation wird nicht von taub – stummen Menschen verwendet. Betroffene, die mit oder durch GUK kommunizieren, sind oftmals in der Lage Sprache zu verstehen. Die Kommunikation durch GUK wird für die Betroffenen allerdings wesentlich vereinfacht.

Die Methode der GUK wird u. a eingesetzt bei Kindern, die über eine verzögerte Sprachentwicklung verfügen, man aber davon ausgeht, dass sie diese erlernen können. Zum anderen wird diese Methode verwandt, um die Entwicklung des Spracherwerbs durch visuelle Hilfestellungen zu erleichtern.

Die Gebärden sollten so früh wie möglich eingeführt werden. Die nahen Bezugspersonen gebärden ihrem Kind wichtige Begriffe zusätzlich – als Unterstützung. Die Häufigsten Begriffe sind auf Karten abgedruckt, die einerseits den Gebärdeten helfen, sich in diese Methode einzuüben und andererseits auch den Betroffenen zur Verfügung gestellt werden können.

Die Methode der GUK ersetzt nicht die Sprache soll nicht die Sprache an sich ersetzen. Die Betroffen sind in der Lage, sprechen zu lernen, u. U nur langsamer. Je mehr sprachliche Kommunikation möglich ist, umso mehr wird auf die GUK verzichtet, oder aber nur weiterhin zur Unterstützung und Erleichterung des Verständnisses eingesetzt.

Darüber hinaus werden bei dieser Methode keine ganzen Sätze gebärdet, sondern nur bestimmte „wichtige“ Begriffe im Satz, die als Anhaltspunkt zum Verständnis dienen.

Einsetzen lässt sich die GUK sehr vielfältig. Möglichkeiten sind u. a

- Down – Syndrom

- Autismus

- Angelmann – Syndrom

- Auch bei gesunden Kindern einsetzbar, um die Kommunikation zu erleichtern

- Mehrfach behinderte Kinder

Diese Gebärden sind eine ideale zusätzliche Hilfestellung und Unterstützung für Menschen, die nicht oder nur wenig sprechen können, aber dennoch (fast) alles verstehen. Darüber hinaus können sie auch in Kinderkrippen oder Kindergärten eingesetzt werden, um den Kindern die Sprache und das Sprechen zu erleichtern.

Hat man die GUK in den Alltag, Kindergarten oder Schule integriert, ist man verwundert, wie reibungslos und einfach die Kommunikation verläuft und wieviel diese Kinder, die kaum/wenig/gar nicht sprechen, doch in Wahrheit bereits verstehen.

 

Die Amygdala – der Mandelkern, der uns das Leben schwer macht

Die Amygdala, ein kleines Teil in unserem großen Gehirn, spielt eine entscheidende Rolle für unsere Gefühle und Ängste. Sie ist an der Wiedererkennung von Gefahren und den damit zusammenhängenden Gefühlen beteiligt, nur leider unterscheidet sie nicht zwischen „alt“ und „neu“.

Die Amygdala ist ein kleines Teil in unserem großen Gehirn. Sie sitzt direkt am Hippocampus und gehört zum Limbischen System. Das Limbische System ist für unsere Emotionen zuständig, Angst, Panik, Glück, Freude, Trauer.

Die Amygdala ist mit dem restlichen Gehirn vernetzt. Sie sendet Impulse zum Hypothalamus, der im Zwischenhirn ansässig ist. Durch die direkte Kommunikation der Amygdala ( Gefühl ) und dem Hypothalamus ( Hormone ), beeinflusst die Amygdala die Stresshormone wie auch das vegetative Nervensystem.

Die Amygdala wird als zentrale Verarbeitungsstelle für eintreffende Impulse angesehen und ist zuständig für die Besetzung von eintreffenden Informationen mit dazugehörigen Gefühlen – „keine Information ohne Gefühl“.

Menschen, deren Amygdala zerstört ist, empfinden weder Aggression noch Furcht. Im Gegenzug dazu, „feuert“ die Amygdala bei Menschen mit Depressionen oder Ängsten zu viele Impulse ab und kommuniziert somit zu viel mit dem Hypothalamus. Dieser feuert nun, auf „Anweisung“ der Amygdala permanent Stresshormone ab, was zu einem Ungleichgewicht unseres Hormonspiegels führt. Dieser kann, bei lange anhaltendem „Dauerbeschuss“ der Stresshormone „Schaden“ davon tragen, und sich nicht mehr so einfach regenerieren.

Die Amygdala gleicht jede eintreffende Information mit Informationen ab, die wir bereits erlebt haben, also mit der Vergangenheit – und die Amygdala vergisst nie! Tritt nun eine Situation ein, die wir schon einmal so ähnlich erlebt haben, erkennt dies der Mandelkern und schlägt Alarm. Die Amygdala unterscheidet nämlich nicht, zwischen Vergangenheit und Gegenwart oder fiktiver Gefahr und realer Gefahr – sie informiert auf jeden Fall den Hypothalamus.

Nun schüttet der Hypothalamus vermehrt Stresshormone aus, Noradrenalin und Adrenalin und diese lösen die „passenden“ oder auch „unpassenden“ Gefühle wie Angst, Panik, Trauer, Flucht aus. Diese Gefühle wiederum führen nun zu den dazugehörigen körperlichen Symptomen wie Herzrasen, nasse Hände, Blutdruckabfall, Schwindel. Da die „Leitungsgeschwindigkeit“ der Amygdala um ein vielfaches schneller ist, als die „Leitungsgeschwindigkeit“ des Hypothalamus, ist ein rationales Denken in solchen Situationen nicht mehr möglich. In dem Moment, in dem die Signale der Amygdala den Hypothalamus erreicht haben, wird das Denken „eingestellt“, da der Körper auf Flucht programmiert ist.

Dies ist u. a der Grund, warum Schulkinder zu Hause alle Aufgaben richtig lösen können und bei der nächsten Arbeit komplett versagen. Hier waren die negativen Gefühle der Amygdala im Spiel.

Mc Ewen, von der Universität in New York fand heraus, dass die Amygdala bei anhaltendem chronischen Stress oder starker Stressbelastung„überaktiv“ wird und es zu einem „Dauerfeuern“ von Stresshormonen kommt.

Von der überaktiven Amygdala sind vorzugsweise POLIZISTEN, SOLDATEN, Frauen und Kinder nach HÄUSLICHER GEWALT, GEWALTOPFER oder Menschen mit einem schweren TRAUMA betroffen. In diesen Fällen unterscheidet der Mandelkern nicht mehr zwischen real und fiktiv – er feuert.

Glücklicher Weise ist unser Gehirn plastisch und die negativen Veränderungen im Schaltkreis des Gehirns können wieder rückgängig gemacht werden ( zumindest teilweise ). Der Mandelkern speichert nämlich auch alle positiven Informationen und Gefühle ab, was man sich zunutze machen kann und muss. Im Rahmen einer „Angsttherapie“ macht man sich die Lernfähigkeit der Amygdala zunutze. Stress besetzte Situationen werden dabei aufgegriffen und „neu“ positiv besetzt. Somit können Betroffene nach und nach ihre Furcht und auch ihre Stresssymptomatiken verlieren

 

Spiegelneuronen – Schuld an AD(H)S und Autismus ?!

Das Spiegelneuronensystem ist ein weit verzweigtes System in unserem Gehirn. Die Spiegelneuronen treten immer dann in Kraft, wenn wir imitieren oder intuitiv mitfühlen. Neuere Untersuchungen zeigen ein Defizit in diesem System.

Das Spiegelneuronensystem geht auf die Entdecker dieses Teils des Nervensystems, Giacomo Rizzolatti und Vittorio Gallese zurück. Rizzolatti und Gallese unternahmen Versuche mit Affen und beobachteten, dass diese Nervenzellen immer dann aktiv waren, wenn die Affen eine bestimmte Bewegung ausführten oder bestimmte Bewegungen imitierten. Die Spiegelneuronen scheinen die Bewegungen und Handlungen andere für den Beobachter zu spiegeln.

Neuere Untersuchungen zeigen darüber hinaus, dass dieses System ebenfalls dafür verantwortlich ist, dass wir mitfühlen können, uns in andere hinein versetzen können und uns Gedanken über das Wohlbefinden unseres Gegenübers machen können.

Dieses System befindet sich vorrangig in Regionen des Frontalhirns sowie in den Scheitellappen beider Hirnhälften. Sie sind ebenfalls für die Sprachnachahmung wie für die Motorik zuständig.

Die Spiegelneuronen gehören zur „Grundausstattung“ des Gehirns und müssen sich erst weiter entwickeln. Forscher gehen davon aus, dass dies im Alter von 3 – 4 Jahren abgeschlossen ist. ( Franz Stadler ). Durch die Spiegelneuronen bekommt man die Fähigkeit, sich und die Umwelt zu unterscheiden, sich einzufühlen, zu imitieren, die Gefühle und Wünsche anderer zu verstehen.

Das Spiegelneuronensystem kann jeder Zeit trainiert und angeregt werden, nutzt man es allerdings nicht, entwickelt es sich zurück.

Die Spiegelneuronen im sensorischen und motorischen Bereich der Hirnrinde werden bei der Beobachtung von Handlungen aktiv und erzeugen ein inneres Abbild dieser Handlung und es kommt zum imitieren dieser Handlung oder zu einer angemessenen Reaktion darauf. Aber genau hier liegen bei AD(H)S und Autismus die Schwierigkeiten verborgen. Die Kinder imitieren nicht oder nur unzureichend und dadurch wird das adäquate erlernen wichtiger Verhaltensregeln und Handlungen verhindert.

Ebenfalls wichtig ist ein funktionstüchtiges Netzwerk von Spiegelneuronen im sozialen Miteinander. Der Mensch muss sein Gegenüber „entschlüsseln“ und er muss „entschlüsseln“, was sein Gegenüber im Sinn hat, um hierauf reagieren zu können. Auch hier finden sich bei Betroffenen mit ADHS und Autismus oftmals gravierende Defizite.

Spiegelneuronen reagieren völlig identisch bei Handlungen, die der Mensch selber plant und vollzieht, wie auch bei der Beobachtung von Handlungen. In beiden Fällen geben sie elektronische Impulse ab – unsere Intuition.

Vergleicht man die Aufgaben der Spiegelneuronen mit den Schwierigkeiten vieler AD(H)S Betroffener und Autisten, ist ein Zusammenhang zwischen Spiegelneuronen und den Symptomen nicht ausgeschlossen und würde vieles erklären.

 

 

 

 

Sprachentwicklung bei Kindern – warum sie so wichtig ist

 

Sprache ist das Tor zur Welt. Immer wieder schlagen Kindergärten und Schulen Alarm, da die Sprachentwicklung vieler Kinder deutlich zu wünschen übrig lässt.

„Man muss eine Sprache haben, um den Gedanken zu denken“ ( John R. Searle )

Die Sprache des Kindes entwickelt sich bereits von Geburt an. Das Neugeborene lernt, auf die bereits vertraute Stimme der Mutter zu reagieren. Es kommen erste Gesten und Mimiken hinzu. „Schon in den ersten Tagen ist das Kind in der Lage, auf Stimmen und Emotionen der Mutter zu achten“. ( Kühne, 2008 S. 50 )

Die Interaktionen ( Sprechen, Emotionen, Mimik, Gestik ) zwischen dem Kind und der engsten Bezugsperson sind enorm wichtig für die optimale Sprachentwicklung. Bereits Neugeborene lieben Töne und Geräusche und bereits Säuglinge sind in der Lage, zwischen sprachlichen und nichtsprachlichen Geräuschen zu unterscheiden.

Kinder werden mit einer angeborenen Neugierde auf die Umwelt geboren, welche man sich zu Nutze machen sollte, um die „sensible Phase“ der Kinder optimal zu nutzen. Die „sensible Phase“ beschreibt eine Zeit im Leben der Kinder, in der das Kind eine besondere Sensibilität zum Erlernen bestimmter Fertigkeiten und Fähigkeiten aufweist.

In der ersten sensiblen Phase ( 0-6J ) steht z. B der Erwerb von Motorik und Sprache an erster Stelle. Werden diese wichtigen Entwicklungsphasen verpasst, lernt das Kind diese Fähigkeiten nur noch unter großer Anstrengung oder, im Ernstfall, gar nicht mehr.

In der „sensiblen Phase“ reagiert das Kind auf interessante Dinge, die ihm Spaß machen und die es motivieren „wie auf ein Magnet“ – es möchte mehr davon und es macht ihm Freude.

Diese angeborene Neugierde, gerade in dieser Zeit, kann man für das Kind interessant gestalten und ihm viele unterschiedliche Erfahrungen bieten.

- Sprechen sie schon mit ihrem Neugeborenen auch, wenn es die Worte noch nicht versteht. Achten sie auf eine „passende“ Mimik und Gestik zu ihren gesprochenen Worten

- Singen sie mit ihrem Kind

- Erklären sie jeden alltäglichen Begriff ( „komm, wir holen einen Löffel aus der Schublade“)

- Schauen sie sich Bilderbücher an und erklären sie ihrem Kind alle Bilder

- Machen sie Fingerspiele und Reime

- Reagieren sie immer freundlich auf die „Worte“ ihres Kindes, auch wenn diese noch nicht verständlich sind – Kommunizieren sie

- Seien sie ein Vorbild und lesen sie selber viel (auch, wenn es die Tageszeitung ist)

- Lassen sie ihr Kind matschen, rutschen, schaukeln, krabbeln ( die Entwicklung der Sprache hängt sehr eng mit Bewegung zusammen !)

- Besuchen sie eine Krabbelgruppe ( die Kinder können sich durchaus untereinander unterhalten und Kommunizieren )

- Ermöglichen sie ihrem Kind den Besuch einer Kindergrippe. Unter anderen Kindern lernt es sich nachweislich viel schneller

Meilensteine der Sprache:

1 LJ vorgesprachliche Äußerungen ( Äußerungen vor dem Gebrauch von Worten )

„Lallen und Gurgeln“ – das Kind übt bereits für den Sprachgebrauch. Es antwortet den Bezugspersonen mit Lauten, die es beherrscht

Ende 1 LJ Kind testet erste Worte und übt fleißig seine Mundmotorik zu optimieren, Kind „spricht“ den ganzen Tag und übt Kommunikation

2 LJ Es kommen weitere Worte und erste 2-Wort-Sätze, es befolgt leichte Anweisungen und versteht alles

3 – 4 LJ Das Kind ist (fast) sicher in der Sprache und versteht alle Anweisungen.

Um das 4LJ herum beherrscht das Kind ca. 1500 Worte

 

Sprachstörungen jeglicher Art, behindern das Kind beim Lernen, senken das Selbstvertrauen und können die Entwicklung der Emotionen enorm behindern. Allerdings gilt es zu beachten, dass jedes Kind in der „Schnelligkeit“ seiner Entwicklung individuell ist. Nicht jedes 2 jährige Kind, dass noch nicht spricht weißt eine gravierende Sprachstörung auf. Dennoch sollten Bezugspersonen ein „waches Auge“ auf die Sprachentwicklung werfen, da Kinder, die mit zwei Jahren noch nicht sprechen, weniger als 50 Worte aktiv nutzen oder keine zwei – Wort – Sätze nutzen, als „Late talker“ bezeichnet werden. „Late talker“ haben ein erhöhtes Risiko auf, in der Schulzeit eine Legasthenie oder Lese – Rechtschreibschwäche aufzuweisen.

 

 

 

 

Checkliste Autismus

Frühwarnzeichen Autismus-Spektrum-Störung

 

Die Zahl der diagnostizierten Kinder und Erwachenen mit ASS – Autismus – Spektrum – Störung steigt jährlich an. Die Frage ist einerseits, ob es heute wirklich mehr autistische Menschen gibt, oder ob die Diagnosekriterien verbessert wurden, und andererseits, warum es immer noch so viele nicht diagnostizierte Autisten gibt.

Die Diagnose „Autismus“ ist schwer zu stellen. Hierfür bedarf es eines Fachmanns, der sich darauf spezialisiert hat, viel Zeit für die Untersuchung und einem „Funken Glück“. Die Diagnosekriterien für die ASS haben sich verbessert und es haben sich viele Mediziner hierauf spezialisiert. Zusätzlich verfügen wir heute über „Autismus – Zentren“, in denen Betroffene Hilfestellungen jeglicher Art erhalten.

Dennoch ist die Dunkelziffer der nicht diagnostizierten Autisten und derer, die über autistische Züge (zusätzlich zu einer anderen Erkrankung) verfügen nicht unbeträchtlich. Ebenfalls als sehr hoch eingeschätzt wird die Dunkelziffer von nicht diagnostizierten Mädchen und Frauen mit ASS.

Autismus ist eine angeborene Störung, der nicht erst im Jugendalter oder Erwachsenenalter entsteht – sie ist von Geburt an da – die aber sehr häufig erst in dieser Zeit diagnostiziert wird. Betroffen sind soziale Interaktion, Kommunikation und Sprache sowie eingeschränkte und / oder sich wiederholende Interaktionen und Aktivitäten sowie Interessen.

Da diese Symptome so unterschiedlich sind, wie der Mensch selber, ist eine Diagnose oftmals sehr erschwert.

Am sichersten zu diagnostizieren ist der „frühkindliche Autismus – Kanner – Autismus“. Hier erlernen die Kinder oftmals nicht das Sprechen oder sehr „sonderlichen“ Formen. Darüber hinaus verbleiben die Kinder oft in „ihrer Lieblingsposition“ und zeigen starke Stereotypien. Diese Kinder sind oft nicht in der Lage, Blickkontakt mit den Eltern herzustellen und verfügen auch nicht über das „soziale Lächeln“.

Schwieriger wird es beim Asperger – Syndrom, dem atypischen Autismus oder dem hoch funktionalem Autismus. Hier sind die Anzeichen, die auf eine ASS hindeuten könnten, schwieriger zu erfassen. Die Symptome sind hier „feiner“ ausgeprägt und vor allem bei Mädchen und Frauen viel subtiler ausgeprägt.

Wichtig für die Behandlung der Kinder ist das frühzeitige Erkennen möglicher Anzeichen einer ASS. Es konnte immer wieder belegt werden, dass die frühzeitige Förderung enorm wichtig für die Kinder ist. Mit einer frühen Förderung können viele Schwierigkeiten im Leben des Autismus minimiert werden und die „psychischen“ Begleitumstände können u. U sogar ganz verhindert werden.

Somit ist die Wichtigkeit gegeben, dass Eltern über „Frühwarnzeichen“ informiert sind und diese auch erkennen können.

In dieser Liste…………………………

sind „Frühwarnzeichen“ aufgelistet, die die Eltern befähigen sollen, diese im Falle eines Auftretens, b. z .w Ausbleibens, sicher zu erkennen und mit dem zuständigen Kinderarzt abklären zu lassen.

Zu erwähnen ist allerdings, dass diese Liste KEINE Diagnoseliste ist. Sie dient lediglich der Sensibilisierung der Eltern und der zuständigen Bezugspersonen. Dennoch sollten sie bei einer gehäuften Auffälligkeit mit ihrem Kinderarzt sprechen.

 

Kommunikation

Dings ist einfacher als Mensch

Vielen autistischen Menschen ( und auch ADHS´lern ) sind Dinge lieber als Menschen. Diese Personengruppe kommt mit den vielen unterschiedlichen Erscheinungsformen der Menschheit nicht klar, um Unterschied zu „Dings“.

Viele autistische Menschen, und auch oft Menschen mit ADHS haben große Schwierigkeiten im Umgang und der Kommunikation mit Menschen. Menschen und der Umgang mit ihnen fällt diesen Betroffenen extrem schwer, was sich allerdings extrem leicht erklären lässt.

Dinge und die Reaktion der Dinge sind erlernbar und immer und überall vorhersehbar. Lässt man z. B. Dinge aus einer Höhe, und sei sie noch so niedrig, hinabfallen, fallen sie hinab – das ist ein Gesetz.

Schlägt man z. B. mit voller Wucht auf ein Ding, egal welches, besteht die Gefahr, dass es kaputt geht – das ist ein Gesetz.

Gefällt einem z. B ein Ding nicht mehr, kann man es in den Müll werfen und es ist weg – das ist ein Gesetz.

Diese, mehr oder weniger einfach zu lernenden Gesetzmäßigkeiten im Bezug auf Dinge, macht das Leben einfach, sicher und vorhersehbar. Im Umgang mit Dingen kommt es viel seltener zu unsicheren, nicht planbaren Begegnungen – ganz im Gegensatz zu Begegnungen mit Menschen.

Menschen sind nicht planbar. Weder ihr Verhalten, ihre Kommunikation oder ihre Gesten, nichts von alledem kann man wirklich planen. Man hat die Möglichkeit, z. B ein Bewerbungsgespräch im Kopf durchzugehen und alle Eventualitäten durch zu spielen, dennoch bleibt immer eine bis mehrere Unbekannte, die nicht planbar sind.

Alle menschlichen Interaktionen sind Kontextabhängig, also immer im großen Ganzen zu sehen, welches die Kommunikation und den Umgang mit Menschen noch weiter erschwert. Nehmen wir das Beispiel des Bewerbungsgesprächs. Der Bewerber kann alle möglichen Vorgehensweisen im Kopf durchspielen, aber er kann nicht das große Ganze des Chefs berücksichtigen. Es kann sein, dass der Chef ein sehr netter und sympathischer Mensch ist, der aber an dem Tag des Bewerbungsgesprächs völlig schlechte Laune hat. Es kann sein, dass der Chef kurz vor dem Bewerbungsgespräch mit schlechten Nachrichten konfrontiert wurde, auch das ist nicht ein planbar.

Hinzu kommen nun die „normalen“ Schwierigkeiten vieler autistischer Menschen im Zusammenhang mit der Kommunikation und der sozialen Interaktion.

Um alle möglichen Gesprächsverläufe vor einem Bewerbungsgespräch im Kopf durchgehen zu können, muss man „Zugriff“ auf die möglichen Handlungen des Gegenübers haben – man muss die Perspektive wechseln können und sich Handlungen anderer vorstellen können. Hiermit haben aber viele Autisten und ADHS´ler Schwierigkeiten. Sie können sich die Handlungen anderer nicht vorstellen und ihnen gelingt der Perspektivenwechsel nur sehr schwer.

Weiterhin sind in einem Gespräch Mimik und Gestik wichtig. Kinder lernen von Geburt an, auf die Gesichtsausdrücke ihrer Mitmenschen zu achten und sie zu „entschlüsseln“. Dies ist eine wichtige Fähigkeit, um sich innerhalb eines Gespräch orientieren zu können. Wie schwierig die Fähigkeit ist, Mimiken unterschiedlicher Menschen „entschlüsseln“ zu können zeigt der „Kuleshov – Effekt“.

Beim „Kuleshov – Effekt“ zeigt man ein und dasselbe Gesicht, mit den gleichen Regungen in drei unterschiedlichen Situationen. Einmal im Zusammenhang mit einer Leiche, einmal in der Nähe eines spielenden Kindes und ein drittes Mal im Zusammenhang mit einem leeren Teller. Fragt man nun die Zuschauer, wie sie die Mimik des Gesichts deuten würden, erhält man drei unterschiedliche Aussagen. Aussage eins, Gesicht eines Trauernden, Aussage zwei, Gesicht einer Aufsichtsperson des Kindes und Aussage drei, das Gesicht eines hungrigen Menschen. Hierbei ist zu beachten, dass es in allen drei Situationen das gleiche Gesicht war, welches nicht verändert wurde.

Weiterhin gilt es in der Kommunikation, sich auf die Intuition zu verlassen und Empathiefähig zu sein. Empathie ist die Fähigkeit, sich in die Wünsche, Ansichten und Gefühle eines Gegenübers hineinversetzen zu können. Dies ist eine häufige Schwierigkeit autistischer Menschen und Menschen mit ADHS.

Die Intuition in einem Gespräch ist eine Fähigkeit, die Kinder ebenfalls von Geburt an lernen. Die Kinder lernen hier ebenfalls, das große Ganze mit einem Blick zu erfassen, wobei sich dies eher auf der Gefühlsebene, der Intuition abspielt. Die Regel hierbei besagt, dass ein Mensch in einer bestimmten Situation weitgehend gleich reagiert und sich dies in der „Vorhersage“ eines Verhaltens zu Nutze machen kann.

Dies sind nur wenige Beispiele, welche Fähigkeiten im Rahmen einer Kommunikation nötig sind. Es gehören noch weitere, wichtige Fertigkeiten zur „Entschlüsselung“ von Mensch und Kommunikation dazu. Doch diese wenigen Beispiele machen bereits deutlich, warum Kommunikation und soziale Interaktion für Menschen mit Autismus so schwierig sind.

 

Konsequenzen in der Kindererziehung – so einfach und doch so schwer

Man liest und hört seit Jahrhunderten, dass man Kinder konsequent erziehen soll. Im alltäglichen Leben allerdings, ist dieser Vorsatz ebenso schwer wie leicht.

Man hört und sieht es tagtäglich – schreiende, tobende Kinder in der Quengelzone der Supermärkte. Man hört verzweifelte und wütende Mütter in den Supermärkten nach ihren Kindern rufen, weil die sich mal eben allein auf den Weg gemacht haben. Man hört das laute Rufen an Stränden und in Wäldern, da die Kleinen ihre eigenen Wege gehen – allerdings ungefragt. Eltern warten jeden Abend auf ihre Kinder, die trotz Absprache noch nicht zu Hause eingetroffenen sind, obwohl es bereits dunkel wird und die Kinder noch lange nicht das fünfzehnte Lebensjahr erreicht haben. Ganz zu schweigen vom täglichen Hausaufgabenkampf, obwohl klare Regeln über Anfang und Ende dieser lästigen Pflicht vereinbart waren.

Konsequenz in der Kindererziehung - so einfach und doch so schwer.

Wolfgang Kindler, Lehrer und Mobbing – Trainer, formuliert es sehr treffend in dem er sagt“ wir leben in einer Verhandlungsgesellschaft“. Er meint damit, dass wir Eltern keine wirklich klaren Regeln mit wirklich klaren Konsequenzen mehr fordern und aufstellen, sondern mit den Kindern alles verhandeln. Mit zweijährigen wird verhandelt, dass diese noch im neuen Kinderwagen von den Eltern im Regen spazieren gefahren werden möchten, anstatt nach Hause zu gehen. Mit dreijährigen wird darüber verhandelt, dass diese keine Lust haben, sich alleine an und aus zu ziehen, und dies lieber von den Eltern erledigen lassen. Mit fünfjährigen wird darüber verhandelt, ob sie in die Vorschule gehen möchten oder lieber nicht. Mit sechsjährigen wird darüber verhandelt, ob Hausaufgaben sein müssen oder lieber doch nicht. Mit elfjährigen wird verhandelt, ob diese nachts noch mit dem Handy spielen können oder nicht.

Diese Liste ließe sich beliebig vorsetzten. All diese Verhandlungen haben nichts mit Konsequenz in der Kindererziehung zu tun. Früher wussten die Kinder sehr wohl, was sie durften und was nicht. Heute fehlt den Kindern oftmals eben diese Sicherheit, diese sichere Grenze zwischen erlaubt und nicht erlaubt. In den letzten Jahren vollzog sich ein gefährlicher Wandel, der die Kinder oftmals zu gleichberechtigten Partnern werden ließ, obwohl Kinder dieses Vorgehen komplett überfordert.

Kinder, die ihre Grenzen nicht kennen, weil diese einfach fließend sind und man sie jeden Tag aufs Neue aushandeln kann, verlieren ihren Halt und die Sicherheit im Leben, welches sie erst lernen müssen. Kinder sind keine kleinen Erwachsenen und Kinder müssen nicht alles aushandeln und verhandeln. Den Kindern fehlt mit drei Jahren die Einsicht, dass es unsinnig ist, bei einsetzendem Winter im Röckchen und Sandalen vor die Tür zu gehen. Kinder sind in diesem Alter immer noch im „hier und jetzt bin ich und hier und jetzt will ich“, und das ist völlig normal und ok. Aber genau hier brauchen die Kinder „starke“ Eltern, die klar sagen“ im Winter, Wintersachen, im Sommer Sommersachen“ – und hier gibt es auch nichts zu verhandeln.

Viele Eltern beklagen sich, dass ihnen die Kinder mit sechs Jahren bereits mehr als deutlich klar machen, was sie möchten und was nicht, und dies auch mit Geschrei durchsetzen. Viele Mütter beklagen sich, dass sie selber nach vier Jahren noch nicht durchschlafen können, da die Kinder, die körperlich völlig gesund sind, jede Nacht drei bis vier Mal eine Flasche oder Zuneigung einfordern. Diesen Kindern fehlt die Sicherheit der klaren Grenzen, Regeln und Konsequenzen. Kinder ohne dieses „schützende“ Gerüst in einer Welt, die sie noch gar nicht verstehen können, werden Grenzenlos.

Grenzen, Regeln und Konsequenzen haben nichts mit Stränge und Härte zu tun, wenn man Grenzen, Regeln und Konsequenzen mit Bedacht wählt und nicht wahllos. Wir leben alle in einem Raum von Regeln und Konsequenzen, in dem wir genau wissen, was wir zu tun haben. Dieses Wissen gibt uns Sicherheit und Freiheit. Freiheit, uns innerhalb dieser Grenzen bewegen zu können.

 

 

 

Ein Leben mit AD(H)S und Autismus – Interview mit einer erwachsenen Betroffenen

Frau L. ist eine erwachsene Frau mit der Diagnose AD(H)S und Autismus und besucht einmal pro Woche ein Coaching für erwachsene Betroffene. In diesem Interview gewährt sie Einblick in die Denk – und Gefühlswelt von AD(H)S und Autismus.

C. W: „Frau L. wann bekamen sie ihre Diagnose AD(H)S und Autismus?“

Frau L: „2015, also im Alter von 52 Jahren. Der Weg zur Diagnose war anstrengend und Kräfte zehrend. Ich wusste immer, dass da irgendwas ist, aber geglaubt hat mir niemand so wirklich“.

C.W: „Ihre Diagnosen kamen ja nun doch recht spät. Wie hoch schätzen sie persönlich, aus ihrer Erfahrung, die Dunkelziffer erwachsener AD(H)S ´ler und Autisten“?

Frau L: „Ich schätze die Dunkelziffer für Frauen sehr hoch ein. Ich denke, dass viele Erwachsene und vor allem Frauen denken, ihre Auffälligkeiten „gehören einfach zu ihnen“ und dass sie damit leben müssen. Ich persönlich denke, dass die Diagnosekriterien im ICD10 für das Asperger – Syndrom ( Internationales Klassifikationssystem der Krankheiten )auf Männer ausgerichtet sind. Frauen allerdings lernen als Kinder schon zu kopieren und sich anzupassen. Durch dieses erlernte anpassen, fallen viele Frauen mit Autismus und auch ADS nicht auf und erhalten niemals eine Diagnose für ihr „anders sein“.

C.W: „Wie hat die für sie so spät gestellte Diagnose ihre Kindheit und ihr Leben beeinflusst? Wie war ihre Schulzeit?“

Frau L: „Für mich persönlich hat sich die nicht gestellte Diagnose dramatisch ausgewirkt. Ich gehe soweit, dass ich von mir behaupte dass einige meiner Krankheiten aufgrund des hohen Stresses in der Kindheit und Jugendzeit entstanden sind. Man weiß ja heute, dass Dauerstress krank macht und ich hatte mein Leben lang Dauerstress. Der Stress entstand durch ein Leben voller Kompensation und „antrainieren“ von Lebensregeln und ich konnte nie nach aussen „ICH“ sein. Ich habe nie aufgehört zu denken, auch im Schlaf nicht. Ich, als Asperger – Autist mit AD(H)S habe ja immer versucht, die „Puzzelteile“ des Lebens zusammen zu setzen und mein Gehirn hatte nie „Feierabend“ – das oft wie ein Hamsterrad, aus dem man einfach nicht raus kommt. Ich habe immer unter Stress gestanden, mein ganzes Leben lang, seit meiner Kindheit und das macht krank, aber niemand hat die Ursache für all die Krankheiten gefunden und somit ging der Stress immer weiter.

Ich konnte durch das fortwährende denken, kompensieren und anpassen nie nach aussen „ICH SELBER“ sein – ich war immer „JEMAND ANDERS“.

Meine Schulzeit war eine Katastrophe. Durch die ständige, nie aufhörende Reizüberflutung war mir immer alles zu viel. Ich bin aufgrund der ständig einströmenden Reize, die ich nicht ausschalten konnte aus dem Kindergarten und der Schule weg gelaufen. Ich hatte einfach das Gefühl „ich kann nicht mehr“. Diese ständigen Reize, Stimmen, Menschen, visuelle Reize, eine Welt die ich nicht verstehe, haben mich einfach überfordert.

Das Weglaufen aus der Schule und das aufgrund der Reizüberflutung nicht funktionierende Lernen führte natürlich zu Diskussionen mit Lehrern und Eltern. Irgendwann stand ihre Diagnose dann fest „ renitent faul, nicht in der Lage, sich zu konzentrieren und kann – aber will nicht“. Ich musste dann auch zwei Klassen wiederholen, weil ich einfach nicht lernen konnte. Da ich immer gedanklich mit der Welt beschäftigt war, die ich nicht verstand und immer nur „nachmachen“ und Kompensieren musste, war mein Kopf zu, da ging kein Schulstoff mehr rein.

In der 5. Klasse war wieder krank und musste ins Krankenhaus. Da habe ich gemerkt, dass mir das gut tut. Im Krankenhaus hatte ich meine Ruhe und konnte mich „sammeln“ und „finden“, die Krankenhausaufenthalte taten mir gut und ich konnte mich erholen. Irgendwann während einem neuen Krankenhausaufenthalt habe ich aber für mich die Entscheidung getroffen, dass das so auch nicht geht. Ich habe die Entscheidung gefällt, dass ich irgendwie „gesellschaftsfähig“ werden muss. Ich habe leidvoll erfahren, dass ich nur „durch´s Leben“ komme, wenn ich „sozialfähig“ werde. Ich habe mir dann das beliebteste Mädchen der Klasse ausgeguckt, und dieses Mädchen regelrecht „studiert“ und sie dann kopiert. Ich war eine Kopie dieses Mädchens und habe ihre Redewendungen, ihre Sprache und auch ihren Kleiderstil übernommen. So wurde ich im Laufe der Zeit „gesellschaftsfähig“ – aber nicht „ICH SELBER“.

Mein Glück ist, und das gebe ich ganz ehrlich zu, ich bin Hochbegabt und landete mit 16 Jahren im Internat und habe dort auch mein Abitur gemacht – wie auch immer, ich das geschafft habe. Aber ich sage auch ganz klar, dass es die nicht diagnostizierten Betroffenen, die nicht mit einem Stück Hochbegabung „gesegnet“ sind, viel, viel schwerer haben als ich damals.“

C.W: „Ich stelle mir das ständige Kompensieren anstrengend vor. Wie fühlt sich das an, wenn man sich immer nur Strategien einfallen lassen muss?“

Frau L:“ Man fühlt sich oft wie auf einem fremden Planeten. Ich hatte mein wirkliches „ICH“ immer in mir, das war nie weg und das habe ich auch gefühlt. Aber ich habe auch gemerkt, dass mein eigentliches „ICH“ nicht zu dieser Welt und zu dieser Gesellschaft passt.

Die Menschen um mich herum meinen Dinge oft anders, als ich es verstehe – die Welt ist oft anders, als ich sie verstehe. Ich fühlte mich irgendwie oftmals fremd auf diesem Planeten.“

C.W: „Wo liegt im Gegensatz zu anderen Menschen der Unterschied in den Wahrnehmungen? Wie nehmen sie ihre Welt war?“

Frau L: „ Die Wahrnehmungen sind bei allen Betroffenen sehr unterschiedlich, denke ich. Das kann man so nicht verallgemeinern. Ich denke immer und ständig in Bildern und alles, was ich sehe oder höre muss einen „Anschluss“ an diese Bilder in meinem Kopf finden.

Wenn ich z. B einen Raum betrete, erfasse ich mit einem Mal Spannungen oder Konflikte und gehe dann sofort ins Detail und versuche immer dafür zu sorgen, dass mich diese Reize nicht „überfluten“.

Es kann auch passieren, dass ich einen Raum betrete und das Mobilar dieses Raumes ist für mich „nicht stimmig“, es ist für mich unharmonisch. Dieses „nicht stimmige“, unharmonische tut mir dann manchmal richtig körperlich weh. Ich habe dann wirklich Schmerzen in den Armen und ich bin versucht, die Möbel umzustellen. Ich nehme einfach von allem zu viel wahr und kriege zu viele Reize auf einmal in meinen Kopf.

Die Non – verbale Kommunikation zählt für mich mit zu den schwierigen Dingen im Leben. Ich verstehe es oft nicht, wenn Menschen auf einmal schweigen oder man mir irgendwelche Metaphern sagt – damit habe ich Schwierigkeiten. Ich überlege dann oft, wie das wohl gemeint sein könnte und muss alles in mühevoller Kleinarbeit auseinander „tüfteln“ um dann wieder „zusammen zu setzen“. Im Laufe des Lebens habe ich wohl fast alle Metaphern auswendig gelernt“

C.W: „ Wirkt sich AD(H)S und Autismus auch auf ihre Partnerschaft aus?“

Frau L: „Ja natürlich. Mein Mann hat es all die Jahre nicht einfach gehabt mit mir. Aber jetzt, wo ich endlich eine Diagnose für meine „ Auffälligkeiten“ habe, wird es einfacher. Wir wissen endlich woran meine „Macken“ liegen und wir können uns jetzt beide darauf einstellen. Die Diagnose war wirklich eine Erleichterung“.

C.W: „Sie denken ja, dass die Dunkelziffer unter den Erwachsenen hoch ist. Was raten sie allen Menschen, die denken und fühlen „da ist etwas“. Lohnt sich der oft sehr lange Weg zu einer Diagnose?“

Frau L: „Wenn der Leidensdruck für die Betroffenen vorhanden ist, auf jeden Fall. Meine Diagnose hat mir wirklich Erleichterung verschafft und ich fange jetzt an, „ICH“ sein zu können und zu dürfen. Wichtig ist, denke ich, dass die Betroffenen zu den entsprechenden Spezialisten gehen – AD(H)S / Autismusspezialisten.

C. W: „Würden sie persönlich sagen, dass ein Coaching, ein soziales Kompetenztraining oder ein Konzentrationstraining für betroffene Kinder, Jugendliche und Erwachsene eine hilfreiche Methode ist?“

Frau L: „Ja, auf jeden Fall. Wir müssen uns alle konzentrieren können und wir müssen auf die ein oder andere Art „gesellschaftsfähig“ sein. Da macht auch AD(H)S und / oder Autismus keine Ausnahme. Je früher betroffene Kinder und Jugendliche mit der Diagnose AD(H)S und / oder Autismus mit solch einem Training anfangen, umso besser. Ich denke, je später ein Coaching oder Training beginnt, umso schwerer wird es für die Betroffenen. Kindern und Jugendlichen kann auf diese Weise auch ein langer Leidensweg erspart werden, der sich doch absolut negativ auf das Selbstbewusstsein auswirkt. Aber selbst im Erwachsenenalter ist ein spezielles Coaching oder Training sehr hilfreich – das sieht man ja an mir. Ich denke es ist wichtig, ein Training zu finden, das einen „nicht verbiegt“, wo man immer noch Autist oder AD(H)S´ler sein darf, aber eben wichtige Regeln für das Leben lernt und vor allem auch lernt, diese anzuwenden. Gesellschaftliche Regeln nur theoretisch zu kennen nutzt niemandem, man muss sie auch anwenden können. Ich denke auch, dass das Training oder Coaching auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt sein muss – Autist ist nicht gleich Autist und AD(H)S´ler ist nicht gleich AD(H)S´ler“.

Ich bedanke mich recht herzlich für diese offenen Worte und die Einblicke ist die Welt einer erwachsenen AD(H)S ´lerin und Autistin.

„Eine Sache ist mir noch sehr wichtig und eine Herzensangelegenheit“, sagt Frau L. nach dem Interview. „Es wird immer behauptet, Autisten fühlen nicht oder nur wenig. Das stimmt so einfach nicht. Auch Autisten können sehr wohl fühlen, sie fühlen nur ANDERS. Autisten sind nicht gefühlstot, sie können vielmehr von ihren Wahrnehmungen und Gefühlen innerlich überrollt werden.

 

Mobbing bei ADHS - zweifach bestraft

Mobbing ist in aller Munde und bei weitem kein neues Phänomen. Schulen rüsten auf mit Plakaten „ Mobbing – ohne uns“ und erklären, an ihrer Schule herrsche Ruhe – sie seine „Mobbingfrei“. Doch diese Ruhe ist trügerisch.

Mobbing ist kein neues Phänomen, es besteht seit hunderten von Jahren und etwa jedes 10. Kind macht mind. einmal in seiner Schullaufbahn diese leidvolle Erfahrung, Opfer dieser Angriffe zu werden. Die tatsächliche Zahl der Mobbingopfer wie auch der Mobbingtäter ist unbekannt, da die Dunkelziffer signifikant hoch eingeschätzt wird.

Bevorzugte Opfer sind Kinder die ruhig und ängstlich sind, die keine Markenkleidung tragen, die zur falschen Zeit am falschen Ort sind oder die anders sind, als die Norm vorschreibt. Hierrunter fallen behinderte Kinder, Kinder die optisch ein anderes Erscheinungsbild aufweisen, autistische Kinder und Kinder mit AD(H)S.

Es hält sich in Medien und Statistiken die hartnäckige Meinung, Kinder mit AD(H)S währen bevorzugte Mobbingtäter, doch das ist ein gefährlicher Trugschluss.

Auch, wenn man aufgrund der Auffälligkeiten dieser Kinder diesen Berichten ungesehen und gerne Glauben schenkt, Kinder mit AD(H)S sind prädestinierte Mobbingopfer – nicht Täter.

Aufgrund der fest verankerten Meinung, dass Kinder mit AD(H)S zum Mobbing neigen würden und andere Kinder schikanieren und quälen, sind die Betroffenen zweifach bestraft.

Bestraft, durch die Auffälligkeiten, die durch AD(H)S entstehen können. Diese Verhaltensweisen lassen diese Kinder und Jugendlichen immer und stetig auffallen – und dies meist gesellschaftlich negativ. Zweifach bestraft durch die Annahme, die Betroffenen könnten durch diese Verhaltensweisen nur Mobbingtäter sein und niemals Opfer.

Die Kinder sind laut, unberechenbar, bekommen oftmals Ärger mit Lehrern und weißen Schwierigkeiten im sozialen Miteinander auf. Genau hier „liegt der Hund begraben“. Andere Kinder brauchen nicht lange um herauszufinden, dass die Betroffenen oft alleine auf weiter Flur sind, und ihnen irgendwann, wenn sie oft genug aufgefallen sind, kein Lehrer mehr ein Wort glaubt.

Kinder mit AD(H)S weißen aufgrund der Dysbalance verschiedener Botenstoffe im Gehirn und „falschen“ Nervenbahnverknüpfungen eine andere Wahrnehmung auf, als andere Kinder. Sie können ihr Gegenüber nicht richtig einschätzen, haben Probleme Mimik und Gestik des anderen zu entschlüsseln, beziehen alles was passiert auf sich persönlich, „bauschen“ harmlose Geschichten auf und bekommen oftmals Realität und Fiktion durcheinander. Sie erklären oftmals voller Ernst, dass XY sie getreten oder erpresst hätte und nichts von alle dem lässt sich beweisen. Passiert dies einige Male (was nicht unwahrscheinlich ist) glauben weder Lehrer noch Eltern diesen Kindern.

Allerdings sind diese Geschichten oftmals wahr – auch ohne das ein Beweis erbracht werden könnte.

Mobbing lebt u. a durch Intrigen und Cleverness. Die Täter sind nicht dumm, sie wissen sehr wohl, wie sie ihre Umwelt so manipulieren können, dass Lehrer und Rektor sowie die eigenen Eltern sie für „Engel“ halten. Diese Kinder sind sehr wohl in der Lage, ihre Umwelt bewusst zu täuschen.

Mobbing richtet großen Schaden an und zwar bei Opfer und Täter. Mobbing findet auf lange Zeit statt und macht krank. Mobbing ist wahllos und hört nicht von heute auf morgen einfach auf. Mobbing macht Opfer und Täter psychisch Krank und beide Parteien benötigen Hilfe.

Für Eltern und Lehrer ist es oft nicht einfach, fest zu stellen, ob die Erzählungen von AD(H)S betroffenen Kindern den Tatsachen entsprechen oder aber eben „aufgebauscht“ sind.

Hier braucht man Ruhe, Fingerspitzengefühl, Intuition und ggf. Hilfe von außen.

Als Eltern sollten sie ihren Kindern immer zuhören, auch wenn die den innerlichen Punkt von „ich kann dir nicht mehr glauben – ich weiß es nicht“ bereits erreicht haben. Diese Gedanken sind normal und ok, aber nicht für ihr Kind.

Die Kinder müssen das Gefühl haben, dass ihnen zugehört wird und dass die Hilfe finden. Kinder mit ADHS leiden an einem mangelnden Selbstwert und Selbstbewusstsein, und das Gefühl, „mir glaubt niemand“ und / oder das erfahrene Mobbing vergrößert und verschlimmert diesen Mangel extrem.

 

Dunkelziffer unter weiblichen Autisten höher als bislang angenommen

Sie passen sich an und fallen nicht auf, sie kompensieren und kopieren – weibliche Autisten. Die Symptome bei Autismus sind so individuell, wie der Mensch selber. Leider trifft dies auf die Symptome von weiblichen Autisten noch drastischer zu, was zu einem Leben auf einem anderen Planeten ohne Diagnose führt.

Die Symptome, die sich bei einer Autismus – Spektrum – Störung zeigen können, sind so individuell, wie der Mensch selber. Diese Individualität der Symptome wird noch vergrößert, wenn es sich um Mädchen und Frauen mit Asperger – Syndrom handelt.

Bislang gingen die Statisten von einem Verhältnis 9:1 – 8:6 für Jungen. Aus dieser Spannbreite ist ersichtlich, dass sich selbst die Statisten hierbei nicht einig sind. Seit neuestem haben sich die Verhältnisse allerdings verschoben und man geht nun von 4:1 und 2,5 :1 aus – für die Jungen. Das heißt also, die Diagnosen der Mädchen und Frauen mit Autismus nehmen zu – nur leider oftmals erst im Jugendlichen – und Erwachsenenalter. Wird Autismus – Spektrum – Störung erst im Jugend – und Erwachsenenalter diagnostiziert, bleiben wichtige Frühförderungen aus und ein langer Leidensweg beginnt.

Dr. Christine Preißmann „ Die Auswirkungen des Autismus sind bei Mädchen und Frauen viel subtiler und im Alltag unauffälliger. Die Diagnosekriterien im ICD 10 sind auf den männlichen Autismus zugeschnitten und Mädchen und Frauen fallen durch das „Diagnoseraster“.

Typische Unterschiede bei Mädchen und Frauen sind z. B:

- Viel subtiler und weniger ausgeprägt, aber nicht weniger leidvoll

- Sind ruhiger, schüchtern und in sich gekehrt

- Können ihr Verhalten besser kontrollieren

- Kopieren andere Kinder viel besser um sich zurecht zu finden

- Mangelnder Blickkontakt wird als Schüchternheit gesehen

- Werden oft gehänselt und gemobbt

- Spezialinteressen weichen von denen der männlichen Autisten ab: Tiere, Fantasy, Fabeln, Umwelt, Fantasiespiele mit Puppen in denen sie „ihre eigene“ Welt kreieren, zeichnen, philosophieren, schreiben, lesen

- Geben sich große Mühe, um nicht aufzufallen und die Erwartungen ihrer Umwelt zu erfüllen

- Können durchaus Freundschaften schließen, aber nur mit einer Freundin. Eine Gruppe überfordert sie ebenso

Für Mädchen und Frauen ist der soziale Umgang und Kontakt ebenso schwierig, wie für männliche Autisten. Dennoch fallen sie viel weniger auf, da sich ihre Unsicherheit und „Panik“ nicht in Aggressionen zeigen, sondern eher im passiven Rückzug enden. Der Leidensdruck der Mädchen und Frauen ist aber bei weitem nicht weniger ausgeprägt. Auch autistische Mädchen / Frauen verstehen die Welt, in der sie leben nicht und kommen sich ebenso fremd vor, wie männliche Autisten.

Lehrer, Erzieher und Eltern sollten bei einer Kombination folgender Auffälligkeiten hellhörig werden:

- Unsicherheit im sozialen Kontakt

- Schlechte Handschrift

- Mobbingopfer

- Mangelnder Augenkontakt

- „eigenartig“

- Soziale Unreife

- Kein Interesse an außerschulischen Veranstaltungen

- Keine Freunde / eine Freundin

- Spezialinteressen

- Motorische Unreife

- Stereotypien

- Schlechte Schulleistungen trotz normalen IQ

Diese Anhaltspunkte sind als Warnsignale zu verstehen. Dennoch können natürlich auch andere Ursachen hinter den oben erwähnten Verhaltensweisen stecken.

Um eine gesicherte Diagnose zu erhalten ist es gerade bei Autismus und speziell für Mädchen und Frauen unerlässliche, einen Spezialisten aufzusuchen. Ein Allgemeinarzt oder ein nicht auf Autismus spezialisierter Psychologe kann insbesondere bei weiblichen Patienten ungeeignet sein.

Betroffene Eltern, Mädchen und Frauen können sich an eine Selbsthilfegruppe wenden, um einen ersten Kontakt mit der Thematik herzustellen. Eine auf Mädchen und Frauen spezialisierte Selbsthilfegruppe wäre sehr hilfreich, ist aber nicht in jeder Region zu finden.

Darüber hinaus ist der Kontakt zur Schule erforderlich und unerlässlich. Kinder mit Autismus – Spektrum – Störungen benötigen eine Reihe von Vorgehensweisen für Unterricht und Schule, die von den anderen Kindern abweichen.

 

ADS – oft eine unterschätzte Gefahr

ADS – oft eine unterschätzte Gefahr

von Corinna Wietelmann

 

ADHS – die Aufmerksamkeitsdefizit – Hyperaktivitäts – Störung ist in aller Munde. Diese Kinder fallen auf und sind nicht zu übersehen. Diese Kinder haben vielfältige Schwierigkeiten in Schule, Familie und Alltag und leiden sehr unter ihren Auffälligkeiten. ADS – die Aufmerksamkeitsdefizit – Störung ohne Hyperaktivität wird allerdings noch vielfach unterschätzt.

Kinder mit ADHS sind in aller Munde und jedem ein Begriff. Sie fallen durch vielfältige, nicht gesellschaftsfähige Verhaltensweisen auf und leiden u. U ein Leben lang. Die Familien sind oftmals gezeichnet durch die Hektik und Unruhe, die diese Kinder erzeugen können. Leidet ein Kind an ADHS benötigen nicht nur die Kinder, sondern auch deren Familien Hilfe und Unterstützung.

Kinder mit ADS – der Aufmerksamkeitsstörung ohne Hyperaktivität fallen immer noch zu oft „durch das Raster“. Diese Kinder sind still, gehorsam, leise, halten sich an Regeln und sind zugänglich. Sie sind von Erziehern und Lehrern „geliebt“, da sie nicht die Gruppendynamik „sprengen“, im Gegensatz zu Kindern mit Hyperaktivität. Kinder mit ADS fallen häufig nur durch „ihr verträumt“ sein auf und vielen wurde der Stempel „Träumerle“ aufgedrückt.

Hier bergen sich allerdings gravierende und für die Kinder schwerwiegende Gefahren. Da diese Kinder sehr anpassungsfähig und sozial sind, fallen sie nicht auf. Erzieher und Lehrer stellen irgendwann fest, dass die Konzentrationsfähigkeit nicht die Beste ist und das diese Kinder oftmals vieles vergessen und den Anschein erwecken „nicht zu zuhören“. Machen Eltern sich im Hinblick auf die oftmals katastrophale Hausaufgabensituation Gedanken, bekommen sie von den Lehrern oftmals nur ein „das wird schon noch. Er / Sie ist halt ein Spätzünder, der / die wird schon noch wach“. Und genau hier ist die Gefahr verborgen.

Kinder mit ADS benötigen genauso dringend Hilfe, wie Kinder mit ADHS. Kinder mit ADS merken sehr wohl, dass sie „nicht in die Gänge“ kommen, dass sie sich nicht konzentrieren können, dass sie nicht mithalten können. Kinder mit ADHS tragen ihre Seele und ihre Gefühle auf der Zunge – sie ecken an, weil sie sagen, was sie denken und ihrer inneren Wut Luft machen. Kinder mit ADS leiden still. Sie tragen ihre Seele nicht nach Außen, sie machen ihrer Wut keine Luft – sie leiden still, und ihre Seele nimmt Schaden.

Diese Kinder fallen bereits im Kindergarten z.B:

- Sehr ruhig und brav

- Ängstlich und empfindlich

- Spricht sehr leise und ist schüchtern

- Spielt lieber alleine

- Kaum Freunde

- Es ist sehr verträumt

- Es drückt beim Malen den Stift zu fest auf

- Es fragt ständig nach und vergisst sehr viel

- Es kann sich 2 – 3 Aufforderungen, die gestellt werden, nicht merken

- Es ist Motorisch ungeschickt und fällt oft hin

( Quelle: ADHS Deutschland e.V )

Da eine ADS bei Kindern immer noch sehr oft unerkannt bleibt, ist die Frühdiagnostik bereits im Kindergarten wichtig. Bei den oben genannten Anzeichen sollte mit dem Kinderarzt gesprochen werden und dieser sollte ausführliche Tests durchführen.

Wird eine ADS in der Schulzeit erkannt, ist für diese Kinder eine individuelle Lernförderung ebenso wichtig, wie für die hyperaktiven Kinder. Hier sollte eine genaue Förderdiagnostik erstellt werden, um die Schwachstellen des Kindes individuell Fördern zu können.

Wichtige Bausteine einer Förderung sind u.a:

- Aufklärung über die Besonderheiten mit ADS

- Elterntraining ( Struktur, Hausaufgabensituation, Lernsituation, Konzentrationsförderung)

- Lerntherapie

 

Autismus – Spektrum – Störungen

Autismus – Spektrum – Störungen

Der bunte Kreis der Vielfallt

 

Autismus – Spektrum – Störungen heißt übersetzt „Buntheit, Vielfalt“ und „Kreis von konkreten Störungen mit ähnlicher genetischer Umgebung. Und genau das ist es auch, eine bunte Vielfalt unterschiedlicher Störungsbilder.

Autismus ist eine tiefgreifende Entwicklungsstörung, die bereits im Kindesalter beginnt. Sie ist charakterisiert durch eine qualitative Beeinträchtigung der Kommunikation und Interaktion. Diese Beeinträchtigungen können bunt und vielfältig sein, sind sie dennoch typisch für das Bild des Autismus.

Die qualitative Beeinträchtigung der Kommunikation und Interaktion bezieht sich auf das „wie“ nimmt ein Autist Kontakt auf und „wie“ gehen sie mit Kommunikationsmitteln um. Diese Beeinträchtigung gilt auch für Autisten mit hoher Intelligenz und guten ausgeprägtem Sprachvermögen.

Die Beeinträchtigung der Kommunikation bezieht sich auf die Sprache, wie auch auf den non – verbalen Bereich. Menschen mit Autismus haben Schwierigkeiten Kontakt aufzunehmen, den typischen „Small – Talk“ zu halten und Schwierigkeiten, auf Kontaktaufnahme adäquat zu reagieren.

Autisten weißen eine angeborene Veränderung der Wahrnehmungs – und Informationsverarbeitung im Gehirn auf. Dadurch nehmen sie die Welt anders wahr. Die täglichen Eindrücke, sind zu stark, zu schwach oder bruchstückehaft. Autisten erleben unsere Welt häufig als chaotisch, nicht berechenbar und haben oft das Gefühl, unsere Welt „macht sie krank“.

Durch diese veränderten Wahrnehmungen kommt es zu vielfältigen Schwierigkeiten im Zusammenleben mit dem Rest der Welt.

Die autistischen Symptome gleichen durchaus einer bunten Vielfalt. Manche Autisten lernen niemals das Sprechen und sind gefangen in ihren stereotypischen Bewegungen oder Handlungen. Manche Autisten sind ein Ass auf ihrem Interessensgebiet, sind aber ansonsten „eingeschlossen“ in ihrer Welt. Viele Autisten fallen erst in der Schulzeit auf und „mogeln“ sich bis zur Diagnose durch unsere Welt. Manche Autisten sind hochbegabt und können sprechen. Manche Autisten haben Probleme mit bestimmten Nahrungsmitteln, da sie sie „ekelig, matschig, fies“ empfinden.

Das Asperger – Syndrom ist eine „leichtere“ Form der tiefgreifenden Entwicklungsstörungen. Die Kinder lernen sprechen, und dies meist sehr früh. Sie sind normal Begabt bis hochbegabt und können dem Schulstoff folgen. Dennoch ist auch hier die qualitative Beeinträchtigung der Beziehungs – und Kommunikationsfähigkeit auffällig.

Auch Kinder mit Asperger – Syndrom lernen nicht, wie andere Kinder, soziale Verhaltensweisen und alltägliche Zusammenhänge, nebenbei. Autistische Kinder und auch Erwachsene müssen das tägliche Leben erklärt bekommen. Sie brauchen eine Erklärung, über die Emotionen anderer, Gefühle und Wünsche der anderen sowie Zusammenhänge. Autistische Menschen konzentrieren sich auf einzelne Aspekte und nicht auf das „große Ganze“.

Kinder und Erwachsene mit Autismus benötigen ein spezielles und individuelles Training der Sozialkompetenzen und der Erklärung der Welt in der sie leben. Hier ist das individuelle Eingehen auf jeden Einzelnen Betroffenen wichtig. Gerade im Bezug auf das Sozialtraining kann es hier kein „Standarttraining“ mit vorgefertigten Übungen geben. Hier muss explizit auf die Bedürfnisse und die bereits vorhanden Kenntnisse des Betroffenen eingegangen werden.

Ebenfalls hilfreich für Kinder und Erwachsene mit Autismus sind u .a Social Stories. Die Social Story ist eine Geschichte, die mit dem Betroffenen zusammen verfasst wird. Sie enthält Elemente der Vermittlung allgemeiner Regeln, sozialer Zusammenhänge und sie helfen beim Verständnis oft verwirrender Ereignisse.

Trotz des „anderem“ Erlebens unserer Welt und der unterschiedlichen Wahrnehmungen weißen gerade Asperger – Autisten viele positive Eigenschaften auf, u.a

- Perfektionismus

- Loyalität

- Sie lügen nie

- Genauigkeit

- Logisches Denken ( anderes Denken )

- Gerechtigkeitssinn

Werden die Stärken von autistischen Menschen in die richtigen Bahnen gelenkt, und akzeptiert man gleichzeitig das „anders“ sein dieser Menschen, kann ein hervorragendes Miteinander und Nebeneinander funktionieren. Gerade für heranwachsende Autisten und Erwachsene ist ein Arbeitgeber wichtig, der sie so sein lässt, wie sie sind und die Schwachstellen akzeptiert ( nach Möglichkeit kein direkter Kundenkontakt und keine Small – Talk – Ansprüche ) und ihre individuellen Stärken fördert.

Ein begleitendes Coaching der Autisten, wie auch der Arbeitgeber gerade am Anfang einer „Arbeitsbeziehung“ kann hilfreich und förderlich für alle Parteien sein.

 

Schreibaby, Regulationsstörung oder doch normal

Schreibaby, Regulationsstörung oder doch normal

von Corinna Wietelmann

 

Die Eltern sind am Ende ihrer Kräfte. Ihr Baby scheint 20 Stunden pro Tag zu schreien, scheint sich nicht beruhigen zu lassen und an Schlaf ist nicht mehr zu denken. Die Zahle der Babys mit Schlafstörungen nimmt von Jahr zu Jahr zu.

Die Zahl der Neugeborenen und Säuglinge, die Schwierigkeiten mit dem Ein – oder Durchschlafen aufweisen, scheint von Jahr zu Jahr zu zunehmen. Die Eltern freuen sich sehnsüchtig auf ihr Baby und erfahren recht bald das große Erwachen. Die Realität mit einem Neugeborenen / Säugling kann so viel anders sein, als man es sich erträumt hat.

Schlafschwierigkeiten sind keine Seltenheit und viele Eltern bereits nach zwei – drei Monaten mit den Nerven am Ende. Die neuen Erdenbürger haben mit Schlaf so gar nichts im Sinn und die wache Zeit wird mit schreien verbracht. Diese Kinder scheinen sich von nichts und niemandem beruhigen lassen und zu wollen. Die Eltern haben das Gefühl, die Kinder wehren sich förmlich gegen das Einschlafen.

Damit ein Säugling „Schlafen lernt“, sind u. U viele Monate und viele Nerven notwendig. Die neuen Erdenbürger müssen sich an ihre neue Umgebung gewöhnen, eine Geburt ist auch ein Erlebnis ( viele Ärzte gehen mittlerweile von einem Trauma für das Kind aus), die Eltern müssen erst lernen, ihr Kind zu verstehen und die Reize, die auf das Baby „einprasseln“ sind nicht zu verachten.

Um „Schlafen zu lernen“, benötigt das Baby selbstsichere und wache Eltern. Oftmals sind die frisch gebackenen Eltern nach ein paar Wochen so enorm verunsichert, da anscheinend nichts und niemand ihr Kind beruhigen kann, dass sich die ersten Selbstzweifel einstellen. Aus diesen Selbstzweifeln erwachsen oft Selbstvorwürfe, Selbstanklagen und Probleme in der Partnerschaft. Die Eltern werden mit guten Ratschlägen von allen Seiten „bombardiert“, und testen diese auch meist alle aus.

Durch dieses, oft tägliche, Wechseln der Einschlafrituale und Einschlafhilfen wird aber nicht nur das Baby weiter verunsichert, sondern auch die Eltern. Somit wächst die elterliche Unsicherheit von Woche zu Woche weiter und es werden noch mehr „wertvolle“ Tipps angenommen. Nun beginnt der Teufelskreis.

Ein Baby hat im ersten Lebensjahr vielfältige Anforderungen zu bewerkstelligen:

- Ausbildung Tag – Nacht – Rhythmus

- Es muss den Schlafrhythmus mit unserem Hell – Dunkel ( Tag – Nacht ) Prinzip übereinstimmen. Dies geschieht vermutlich ab dem 3. Monat durch Reifung der Epiphyse sowie der Ausschüttung von Melatonin

- Ausbildung der Körpertemperaturregulierung ab 6. Monat bis zum Ende des 2 LJ ( durch Cortisol, Wachstumshormone, Melatonin etc )

- Verlagerung der Tiefschlafphasen

- Zunahme von Dauer und Länge des Schlafes

- Selbstregulation erlernen

Um all diese Aufgaben bewältigen zu können, benötigt das Kind die tatkräftige Unterstützung der Bezugspersonen.

- Unterstützung beim Erlernen des Schlaf – Wach – Rhythmus

- Wahrnehmen und Beantworten der kindlichen Signale

- Etablierung regelmäßiger Schlaf – Wach – Zeiten

- Gewöhnung an Rituale

- Strukturierung des Tagesablaufs

Hierfür ist es notwendig, dass die Eltern sich nicht verunsichern lassen. Es ist sinnvoll, sich bereits vor der Geburt klar zu machen, dass die Realität manchmal anders aussieht, als man sich dies erträumt hat.

Machen sie sich eine Liste mit Einschlafritualen und Möglichkeiten der Beruhigung ihres Kindes und bleiben sie dabei. Selbst, wenn ein Ritual nicht sofort funktioniert und sie keine Besserung bemerken – wechseln sie nicht ständig ihre Rituale und Einschlafhilfen. Das Baby muss sich an diese Rituale gewöhnen, damit es erst zu einem Ritual werden kann.

Wenn sie verunsichert sind, sprechen sie mit ihrem Kinderarzt. Ihre eigenen Verfassung und psychisches Gleichgewicht spielt bei den Einschlafschwierigkeiten ihres Kindes ebenfalls eine wichtige Rolle. Stehen sie innerlich auf „Spannung“, wird ihr Baby nicht wie ein Engel einschlafen.

Sorgen sie für sich selber. Babys mit Schlafschwierigkeiten sind ansträngend und oft sind die Mütter am Ende ihrer Nerven. Sorgen sie mind. Einmal pro Woche für sich. Gehen sie schlafen, gehen sie ins Wellnessbad, treffen sie sich mit Freundinnen. Das ist nicht egoistisch sondern lebensnotwendig.

Führen sie ein Schlaftagebuch. Hier tragen sie ein, wann und wie lange ihr Baby geschlafen hat, wann es was zu essen bekommen hat, wie lange es wach war und wie viel es geschrien hat. Dieses Schlaftagebuch kann einerseits ihnen zeigen, dass ihr Baby mehr schläft als sie „fühlen“ und andererseits für den Kinderarzt eine große Hilfe sein.

 

AD(H)S und seine Stärken

AD(H)S und seine Stärken

von Corinna Wietelmann

 

Fällt der Begriff AD(H)S, laufen bei den meisten Menschen regelrechte „Filme“ im Kopf ab und sie sehen Kinder und Jugendliche, die auffallen und sich nicht unter ordnen können. Um das Aufmerksamkeits – Defizit – Hyperaktivitäts – Syndrom kreisen auch heute noch viele Mythen, welche den Betroffenen das Leben in unserer Gesellschaft weiter erschweren.

Fällt der Begriff AD(H)S, läuft bei den meisten Menschen ein „Film“ im Kopf ab. Auf einer Lehrerfortbildung stellte ich einmal die Frage, was die Lehrkräfte über AD(H)S wissen würden, und die „Kopffilme“ starteten. Die Lehrkräfte waren voller Begeisterung mit den betroffenen Kindern und Jugendlichen zusammen die Hauptfigur ihrer Filme – und ich war entsetzt.

Die Lehrkräfte zählten sämtliche „negativen“ Eigenschaften der AD(H)S Kinder und Jugendlichen auf, die jemals in einem Buch, einer Filmbericht und einer Statistik erschienen waren. Sie kannten sich bestens mit den „negativen“ Eigenschaften der Kinder und Jugendlichen aus, konnten mir aber nicht eine positive Eigenschaft nennen.

In unserer Gesellschaft scheinen Kinder und Jugendliche mit AD(H)S prinzipiell den Stempel „negativ – nicht gesellschaftstauglich“ frei Haus geliefert zu bekommen. Diese Tendenz ist umso erschreckender, wenn man berücksichtigt, dass seit Jahrzehnten Aufklärungskampagnen gelaufen, um dieses „Negativbild – nicht gesellschaftstauglich“ gerade zu rücken und auszugleichen.

Betroffen von diesem „Negativbild“ der Eigenschaften sind aber nicht nur die betroffenen Kinder und Jugendlichen, sondern auch deren Familien. Diese bekommen heute oftmals das „Predikat – unfähig“ verliehen. Diese Familien werden auch heute noch in die Isolation getrieben. Sie bleiben mit ihren „auffälligen“ Kindern lieber in ihren eigenen Wänden, als sich schief ansehen zu lassen und in diesen Blicken zu lesen, dass sie wiedermal „unfähig“ sind, ihr Kind im Zaum zu halten. Oftmals bekommen diese Eltern von wild fremden Menschen den guten Rat „ eine Ohrfeige hat noch nie geschadet“.

Mit den Schwächen und „negativen“ Eigenschaften von Kindern und Jugendlichen mit AD(H)S scheint sich die Gesellschaft bestens auszukennen – nur leider nicht mit den Stärken. Auch AD(H)S ´ler haben Stärken aufzuweisen, und sind nicht nur „gesellschaftsuntauglich“.

- Originell

- Hilfsbereit

- Zuverlässig

- Kreativ

- Können um Ecken denken ( in rasender Geschwindigkeit ) und kreieren Ideen, die „Normalos“ nie einfallen würden

- Auf ihrem Interessengebiet sind die Asse und können sich 20 Stunden ab Stück konzentrieren ohne den Elan zu verlieren

- Nie nachtragend

- Sehr sozial

- Oftmals hochbegabt

- Auf ihrem Interessensgebiet hoch belastbar

- Befolgen Anweisungen

- Hinterfragen sehr viel – sie wollen und müssen verstehen, warum eine Sache so ist, wie sie ist

- Sensibel

- Neugierig

- Ausgeprägter Gerechtigkeitssinn

- Redegewandt ( nicht unbedingt im persönlichen Kontakt, aber auf dem Papier )

- Intuitives Handeln

- Hoher Tatendrang ( auf ihrem Interessensgebiet )

( Quelle: ADHSpedia )

Die Liste kann durchaus noch erweitert werden.

Werden Kinder und Jugendliche vermehrt auf ihre Stärken aufmerksam gemacht und werden diese Stärken bereits in Kindertagen gefördert, können die Betroffenen ein starkes Selbstbewusstsein aufbauen und ihren Lebensweg gehen. Da unsere Gesellschaft leider oftmals nur die Schwächen in den Vordergrund stellt, fallen die wirklich starken Eigenschaften der Betroffenen nicht ins Auge. Die Kinder und Jugendlichen wachsen auf mit dem Gefühl „ich kann nichts“, „ich werde nichts“, „ich bin schlechter als andere“. Diese verinnerlichte Denkweise führt dazu, dass die Betroffenen an Selbstwertproblematiken leiden, zu Depressionen neigen, die Schule ohne Abschluss abbrechen, die Ausbildung nicht schaffen ( oder nur sehr schwer ), keinen Job finden, der ihr wirkliches Leistungsniveau ausschöpfen würde und oftmals im Suizid enden.

In der Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit AD(H)S ist es essenziell, die individuellen Stärken zu fördern um ein gesundes Selbstvertrauen entwickeln zu können. Je mehr sich auf die Stärken konzentriert wird, umso mehr treten die negativen Eigenschaften in den Hintergrund. Im Umgang mit diesen Kindern und Jugendlichen ist ein verständnissvoller Umgang wichtig, sowie eine strukturierte und exakte „Führung“.

Auch im Erwachsenenalter kann mit einem individuellen Coaching, das auf die individuellen Bedürfnisse und Stärken ausgerichtet ist, noch viel erreicht werden.

Es ist nie zu spät, um an seinen Stärken zu arbeiten.

 

Rechenschwäche, Rechenstörung .....

Rechenschwäche, Rechenstörung, Dyskalkulie oder einfach keine Lust

Autorin Corinna Wietelmann, 7.9.2015

 

Das neue Schuljahr ist gerade ein paar Tage alt, und schon beklagen sich die Schulen über die Mathe – Künste der Kinder. Viele Eltern sind bereits jetzt schon genervt, über die mangelnde Motivation der Kinder bei den Hausaufgaben. Die Zahl der Kinder, die gravierende Schwierigkeiten im Fach Mathematik aufweisen, steigt von Jahr zu Jahr an.

In den Medien tauchen immer wieder Begriffe auf wie Dyskalkulie, Rechenschwäche oder Rechenstörung. Viele Eltern fragen sich gerade wenn ihr eigenes Kind sich mit Zahlen schwer tut, ob denn diese Begrifflichkeiten alle das Gleiche bedeuten und vor allem, was sie für ihre Kinder tun können.

Eine Rechenschwäche tritt oftmals in Folge „äußerer“ Umstände auf. Z. B Schulwechsel, Umzug, familiäre Probleme oder längerer Krankheit. Hier hilft sehr wohl ein individuelles Nachhilfetraining, indem der Stoff aufgearbeitet wird.

Eine Rechenstörung hingegen ist im ICD 10, dem Klassifikationssystem „der Krankheiten“ unter F 81.2 zu finden. Hier wird genau aufgelistet, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, um eine Rechenstörung diagnostizieren zu dürfen und zu können. Entscheidend hierbei ist, dass die Leistungen im Rechnen unter dem sonstigen Niveau des Kindes liegen.

Wegweisend für diese Kinder ist die Tatsache, dass sie einfach „nichts mit Zahlen anfangen können“, sie bekommen keinen Bezug zu Mengen und Zahlen. Die Kinder zählen auch über die zweite Klasse hinweg mit den Fingern, benutzen andere visuelle Hilfsmittel und verstehen Sachaufgaben nicht. Der Zehnerübergang wird nicht beherrscht und die Kinder entwickeln Kompensationstechniken, um diesen „Mangel“ auszugleichen. Diese Kompensationstechniken versagen allerdings spätestens ab Klasse 4, da hier der Anspruch doch sehr steigt.

Um die Diagnose „Rechenstörung“ stellen zu können, sind viele unterschiedliche Tests notwendig. Unter anderem wird ein IQ Test durchgeführt, viele Rechentests und auch körperliche Untersuchungen sind notwendig und Standard.

Beispiele für die Testung der Rechenschwäche:

- Zählfertigkeit

- Kopfrechnen

- Textaufgaben

- Auditive und visuelle Zahlworterkennung

- Zahlenbewußtsein

Zu testen ist ebenfalls, ob bereits eine Komorbidität vorliegt. Das heißt, ob hier bereits zusätzlich z. B eine Lese – Rechtschreibschwäche, vermindertes Selbstwert oder eine Aufmerksamkeitsstörung vorliegt. Diese „zusätzlichen“ Erscheinungen müssen bei einer eventuellen Therapie mit berücksichtigt werden.

Als Ursache einer Rechenstörung werden mangelnde Informationsverarbeitungen im Gehirn angenommen. Die Kinder können einkommende Reize ( Zahlen, Mengen ) nicht optimal aufnehmen, in die entsprechenden „Schubläden“ im Gehirn einsortieren und auch nicht optimal „wieder finden“.

Betroffen sind ( bislang ) drei Hirnregionen:

- Visuell – räumliche Verarbeitung

- Sprachliche Verarbeitung beim Rechnen

- Durchführung arithmetischer Operationen

Helfen kann diesen Kindern ein individuelles Lerntraining, welches außerhalb der Schule stattfindet. Für diese Kinder ist oftmals ein „anderes“ lernen notwendig, welches auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt sein muss. Darüber hinaus ist es wichtig, die Wahrnehmungsbereiche, in denen es zu Defiziten kommt, regelmäßig mit zu schulen. Ein reines Rechentraining, bei dem die Kinder immer wieder Arbeitsblätter oder Übungen zum Rechnen bekommen, ist hierbei wenig hilfreich. Bei dieser Art von Förderunterricht kommt es oftmals zu mehr Frust und Versagensgefühlen, da die Kinder trotz „mehr Üben“ keinen Zugang zu den Zahlen und Mengen bekommen.

 

 

Online – Seminar

„Rechenstörung bei Kindern – so können Eltern helfen“

app.come2coach.de/event/166-rechenschwaeche-bei-kindern-so-helfen-eltern

 

Lerntherapie – braucht man das

von Corinna Wietelmann (9.September 2015)

 

Der Begriff der Lerntherapie ist in aller Munde – oder auch nicht. Dieser Begriff ist als Oberbegriff zu verstehen und beinhaltet nicht eine Methode oder ein Anwendungsgebiet, sondern eine ganze Fülle unterschiedlicher Methoden bei einer Fülle unterschiedlicher Einsatzmöglichkeiten.

Die Lerntherapie ist eine pädagogisch – psychologische Förderung bei unterschiedlichen Lern – und Leistungsschwächen, die in theoretisch in jedem Alter zum Tragen kommen kann. Je nach Ausbildung und persönlicher Neigung des Therapeuten, integriert er Methoden der Gesprächs – Verhaltens – Gestalttherapie, sowie Elemente der Ergotherapie, Kinesiologie oder Heilpädagogik.

Die Vielfalt der einsetzbaren Methoden orientieren sich immer an den Lernvoraussetzungen eines jeden Einzelnen sowie an den Stärken, Schwächen und Zielen.

Eine Lerntherapie kann prinzipiell schon bei Neugeborenen eingesetzt werden und ist ebenfalls in Alten – Pflegeheimen zu finden.

Oft wird Lerntherapie mit Nachhilfe verglichen, was allerdings nicht korrekt ist. Eine Nachhilfe eignet sich für Schüler, die Schwierigkeiten in einzelnen Fächern aufweisen. Gründe hierfür sind oftmals versäumter Unterricht, eine „faule – Phase“ oder ein Schulwechsel. Diese Schüler wiederholen mit dem Nachhilfelehrer systematisch den wichtigen Schulstoff und können so ihre Lücken im jeweiligen Wissensbereich schließen.

Eine Lerntherapie geht „tiefer“. Sie kommt z.B. zum Tragen bei Kindern und auch Erwachsenen mit AD(H)S Symptomatiken, Autismus, Legasthenie oder Dyskalkulie. Die Schwierigkeiten der Betroffenen resultiert nicht aus einem Schulwechsel oder der „faulen Phase“. Die Betroffenen leiden oftmals an Wahrnehmungsdefiziten, die zu einer „anderen“ Aufnahme und Verarbeitung von Reizen führen. Hieraus wiederum resultiert u. a eine Aufmerksamkeitsstörung oder Konzentrationsstörung.

Hier reicht ein einfacher Nachhilfeunterricht nicht aus. Auch bei den Betroffenen mit einer Legasthenie oder Dyskalkulie ist der „Förderunterricht“ mit vielen Wiederholungen und vielem schreiben nicht förderlich, da hier ebenfalls die „anders“ vernetzten Wahrnehmungen geschult werden müssen.

Ebenfalls zu berücksichtigen ist hierbei, dass bei einer Legasthenie, Dyskalkulie, AD(H)S oder Autismus andere Lernmethoden und Lernstrategien angewandt werden müssen, die im schulischen Unterricht oftmals nicht umgesetzt werden können oder zu kurz kommen. Daher gilt die Lerntherapie als außerschulische Förderung, welche allerdings durchaus auch in Schulen integriert werden kann – durch externe Lerntherapeuten beispielsweise.

Um eine individuelle Lerntherapie „kreieren“ zu können, ist immer eine Eingang – Förderdiagnostik notwendig. Hierbei wird der individuelle Lernstand erfasst, wie auch der individuelle Lernbedarf festgestellt. Getestet werden z. B die einzelnen Wahrnehmungen wie auditiv, visuell oder Raum – Lage, wie der Betroffene mit Zahlen, Formen, Buchstaben umgeht oder auch welche Schwierigkeiten / Auffälligkeiten im Alltag vorhanden sind. Die „veränderten“ Wahrnehmungen und „Reizverschaltungen“ der Betroffenen hinterlassen auch im Alltag ihre Spuren und sind nicht nur in der Schulnote sichtbar. „Mit – Symptome“ können u. a sein Ängstlichkeit, Aggression, Strukturlosigkeit ( Chaos ), Vergesslichkeit, „Schusseligkeit“, ständiger Stress mit Klassenkammeraden.

Die Dauer einer Lerntherapie kann schlecht von Anfang an genau festgelegt werden. Hierbei kommt es darauf an, ob die Vermittlung individueller Lernstrategien schon ausreichen oder ob die Wahrnehmungsdefizite länger „nachgeschult“ werden müssen. Ebenfalls wichtig ist das soziale Umfeld der Betroffenen, wie auch die Kooperation mit den Schulen.

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Gesundheitsberatung - Stormarn

Corinna Wietelmann

ADHS Berater / Coach / Lerncoach

Erlenweg 2

23847 Lasbek

04534/7289949

gesundheitsberatung.stormarn@googlemail.com

www.gesundheitsberatung-stormarn.com

 

Entspannungstraining hilft bei Diabetes

Die Zahl der Diabetiker steigt stetig an und mittlerweile sind ca. 8 % der Bevölkerung betroffen. Diabetes heißt für die Betroffenen oft Verzicht auf vieles und die Gefahr, an weiteren Symptomen zu erkranken.

Bei einer Diabetes tritt eine chronische Störung des Blutzuckerstoffwechsels auf. Die Körperzellen nehmen Glucose aus dem Blut eingeschränkt auf, wodurch es zu einer Überzuckerung kommt. Oftmals stellen sich weitere Symptome, wie z. B Nervenschäden, Herzinfarkt oder Depression. Darüber hinaus sind Gefäß – und Nierenschäden wie auch Ängste keine Seltenheit.

Die Heidelberger Diabetes und Stressstudie ( HeiDis ) konnte nun belegen, dass sich ein Anti – Stress – Training positiv auf den Gesundheitszustand von Diabetikern auswirkt. Sie ist die erste kontrollierte Studie, die den Effekt der Stressreduktion bei Diabetikern untersucht. Ein Anti – Stress – Training verbessert dem zu Folge die psychische Gesundheit sowie die körperliche Fitness der Betroffenen.

Die Heidelberger Diabetes und Stressstudie fand heraus, dass Stress die Folgen der Diabetes verstärkt, da Stress Entzündungen und Zellabbau fördert.  Sie banden 110 Betroffene für ein Jahr in die Studie ein und konnten nach diesem Jahr belegen, dass sich der Gesundheitszustand der Diabetiker verbessert hatte.

Das Anti – Stress – Training führte zu einer positiven psychischen Verfassung, weniger Depressionen, gesunkenem Blutdruck und somit zu einem verringerten Herzinfarkt – Risiko.

Das ideale Anti – Stress – Training sollte folgende Inhalte aufweisen:

-       Zusammenhang Stress – Gedanken – Gefühle erkennen

-       Stresssituationen erkenne und gegenlenken

-       positive Gedankenänderung

-       unterschiedliche Entspannungstechniken

-       auf individuelle Bedürfnisse eingehen

-       mind. einmal pro Woche statt finden für mind. acht Wochen

-       Rückfallprophylaxe

-       positiveren Umgang mit der Erkrankung erlernen

 

Corinna Wietelmann

www.gesundheitsberatung-stormarn.com