Der kleine Goliath und Helfer der Natur – Die Honigbiene

Von den schätzungsweise mehr als 20.000 Bienenarten weltweit sind in Deutschland rund 550 heimisch. Dazu gehört auch die bekannteste – die Honigbiene. Allein ihr Beispiel zeigt, dass Bienen unverzichtbar sind für die Ökosysteme. Eine einzelne Honigbiene kann bis zu 4.400 Blüten pro Tag bestäuben, die Pelzbiene schafft mit 8.800 Blüten sogar doppelt so viele.

Foto hoe

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Außerdem ist die Biene Honiglieferant. Jede und jeder Deutsche konsumiert pro Jahr im Schnitt ein Kilogramm Honig. Mit den rund 750.000 Bienenvölkern in Deutschland können die heimischen Imker diesen Bedarf lediglich zu 20 Prozent abdecken. Der Rest wird aus anderen Staaten innerhalb und außerhalb der EU importiert.

Biologische Vielfalt dank Bienen

Auch ein Großteil der biologischen Vielfalt sowie ihr Fortbestand ist stark von den Bienen abhängig – direkt und indirekt. Zum einen tragen sie durch die Bestäubung dazu bei, dass sich Blütenpflanzen selbst erhalten. Zum anderen dienen viele Pflanzen, deren Bestand von der Bestäubung der Bienen abhängt, vielen Tierarten wiederum als Nahrung – zum Beipiel Rinder oder auch Feldhasen, die sich unter anderem von Klee ernähren. Außerdem ist die Biene selbst Teil der biologischen Vielfalt und allein deshalb schützenswert.

Welternährung gefährdet durch den Tod der fleißigen Helfer

Umso beunruhigender ist deshalb das weltweite Bienensterben. Im Jahr 2006 wurde das Phänomen, dass ganze Bienenvölker sterben oder verschwinden, erstmals in den USA beobachtet. In Deutschland starben zum Beispiel im Frühjahr 2008 zehntausende Bienenvölker am Oberrhein in Baden-Württemberg. Das Phänomen des Bienensterbens wird als "Colony Collapse Disease" (CCD) beschrieben, also als "Bienenvolk-Kollaps". Dabei verlassen die flugfähigen Bienen den Stock, und die Völker lösen sich auf.

Das Bienensterben trifft verschiedene Arten. Von den deutschen Wildbienenarten ist bereits die Hälfte vom Aussterben bedroht, auch die Zahl der Honigbienenvölker geht zurück. In Teilen Chinas sind die Bienen bereits verschwunden. Dort müssen Menschen deren Arbeit übernehmen und die Blüten von Hand bestäuben.

Diese Entwicklung hat Folgen für die Natur und damit auch für den Menschen.

Was kann der Mensch tun - Wilde Wiesen und Streuobst Wiesen bis Bienenhotels

Die Ursache für das Bienensterben ist vermutlich ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Daher müssen auch Lösungsansätze für den Bienenschutz in verschiedene Richtungen zielen. Ein wichtiger Schritt ist der Schutz der natürlichen Lebensräume der Bienen. Dabei können auch Privatleute helfen: Wer blütenreiche Gärten anlegt, bietet vielen verschiedenen Arten Nahrung. Auch ist es sinnvoll, auf Pestizide im eigenen Garten zu verzichten. Nisthilfen für Wildbienen sind ebenfalls wichtig. Sie können zum Beispiel aus Laubholzklötzen gefertigt werden, in die Gänge von fünf bis zehn Zentimetern Tiefe und zwei bis zehn Millimeter Durchmesser gebohrt werden müssen. Aber auch waagerecht aufgehängte Bündel aus trockenen Pflanzenstängeln mit einem Durchmesser von drei bis zehn Millimetern tun ihren Dienst und können ohne großen Aufwand angefertigt werden.

Quellen: Bundesumwelt Ministerium, Wikipädia