MS Selbsthilfegruppe Trittau sagt "Danke NDR!" Spende aus der Aktion "Hand in Hand" 2014 ermöglicht gemeinsame Reise


Das Foto zeigt Herrn Künstler, aus der Trittauer MS Selbsthilfegruppe, wie er in den Reisebus gehoben wird.
Fotograf unbekannt, Foto hfr von M. Schreiber zur Verfügung gestellt

MS-Selbsthilfegruppe Trittau sagt „Danke“ an den NDR

Auch die Presse braucht mal Hilfe. Man kann nicht überall sein und natürlich nicht alles Wissen. Aus diesem Grund ein großes Dankeschön von Trittau24.com an den Tippgeber, der nicht genannt werden möchte, ohne den ich auf die Trittauer MS-Selbsthilfegruppe vermutlich nicht aufmerksam geworden wäre. Gemeinsam besuchten wir den MS- kranken Matthias Schreiber in seinem Trittauer Haus.

Matthias Schreiber hatte eine Wochenendreise für 27 MS Betroffene der Selbsthilfegruppen Trittau und Geesthacht plus 7 Begleitpersonen organisiert. Die Reise fand vom 8. bis 11. Oktober statt und es ging nach Brandenburg in das „Hotel am See“ – Haus Rheinsberg. Das Vier Sterne Hotel ist spezialisiert auf behinderte Gäste und bietet ein umfassendes Programm für die erkrankten Gäste an.

Natürlich gibt es so eine Reise nicht für Umsonst, sie ist sogar ausgesprochen teuer, aber die Selbsthilfegruppen aus Trittau und Geesthacht hatten Glück. Aus der 2014er NDR Spendenaktion „Hand in Hand“, bei der eine Million Euro gesammelt wurden, gingen allein 200.000 Euro an die DMSG Schleswig-Holstein e.V. in Kiel und vor dort erhielt man dann einen Zuschuss von 5.315- Euro, was einem Anteil von 75 Prozent der Reisekosten entsprach.

Organisator Matthias Schreiber möchte unbedingt auf diesem Weg dem NDR ein ganz herzliches „Dankeschön“ auch im Namen seiner Mitreisenden sagen. Ohne diese großzügige Spende und tolle Spendenaktion hätten 35 MS-Patienten dieses wunderschöne Wochenende mit vielen Aktivitäten allein aus finanziellen Gründen nicht erleben können.

An diesem Punkt hakte mein Begleiter noch einmal ein. Sein Interesse, die MS-Selbsthilfegruppe vorzustellen und bekannt zu machen, war einzig, möglichen Spendern eine Alternative zu den üblichen Standard Spendenempfängern aufzuzeigen, die so niemand auf dem Zettel hat.

„Ganz Wenige haben ganz viel und ganz Viele haben nur ganz wenig. Etwas mehr Gerechtigkeit wäre eine schöne Sache, ohne die Arbeit irgendeiner Organisation damit herabwürdigen zu wollen“ (Zitat)

Matthias Schreiber hat seine Diagnose als Milleniumsgeschenk bekommen, wie er ein wenig ironisch auf meine Frage antwortet. Er lag zur Untersuchung im Krankenhaus und genau zum Milleniumswechsel wurde ihm mitgeteilt, dass sich der Verdacht auf MS bestätigt habe. Seitdem lebe er mehr oder weniger gut mit dieser Krankheit und betont gleichzeitig, dass es ihm noch relativ gut damit gehe, im Vergleich zu vielen Leidensgenossen.

Matthias Schreiber ist Elektroingenieur und immer noch in derselben Firma. Die Firma SICK AG bei Freiburg, mit Zweigstelle in Hamburg, sollte dafür nicht ungenannt bleiben und Schreiber berichtet weiter, wie wohl er sich dort fühle. Man hat sogar extra für ihn den Lastenfahrstuhl zum Personenaufzug umbauen lassen und seine Arbeitskollegen achten immer darauf, wenn sie ihm zur Hand gehen müssen. Trotz MS ein ungebrochener Mensch, der sich nicht in einen Rollstuhl fallen lassen will sondern weiterhin, wenn auch nur halbtags, arbeiten geht und sich für seine Selbsthilfegruppen in Trittau und Geesthacht engagiert.

Wieso zwei Selbsthilfegruppen werden sie fragen? Als Schreiber seine Diagnose bekam, gab es in Trittau noch keine MS Selbsthilfegruppe und so trat er der Geesthachter Gruppe „Geemse“ bei und nachdem Trittau gegründet wurde, ist er eben in beiden Gruppen Mitglied.

Auch Zuhause erledigt Matthias Schreiber so viel wie möglich selber, auch uns, seinen Besuch, bediente er mit Kaffee und lies sich nicht helfen. Er sei zwar krank aber nicht hilflos und damit war es auch für uns erledigt und wir ließen uns vom Hausherren bedienen.

Aber um ihn sollte es ja auch gar nicht gehen, sondern darum, dem NDR „Danke“ für die tolle Spende und die grandiose Spendenaktion zu sagen. Die sollen wissen und erfahren, dass sie uns einen Riesen Gefallen getan haben und wir sehr dankbar dafür sind, dass wir dieses gemeinsame Wochenende in diesem wunderbaren Vier Sterne Hotel erleben durften.

Interessierte schauen sich das Haus Rheinsberg (Hotel am See) im Internet unter www.hausrheinsberg.de an.

Das Hotel ist auf Behinderte Gäste eingestellt, barrierefrei und bietet von der Physiotherapie bis zur Bootsfahrt alles, was kranken und gesunden Menschen Spaß macht und gut tut.

 

Reisebericht Matthias Schreiber:

Bei der Anreise hatten wir einen behindertengerechten BUS. Einfach toll. Die Rolli Fahrer wurden nacheinander in den Bus, über eine Hebebühne, gehoben.

Das oft sperrige Gepäck (Rollatoren und ähnliches) fand im Bauch des Busses Platz.

Nach einer angenehmen Busfahrt (Eine kleine Pause) kamen wir in Rheinberg an. Für mich spannend war es, das jeder ein Bett mit entsprechenden Hilfsmitteln vorfand.

Kleine Abweichungen wurden oft noch am gleichen Tag durch das Haus Rheinsberg abgestellt. Leider war ein Programmpunkt Qy Gong nicht durchführbar, da die Therapeutin Krank geworden ist. Wir haben jeden Abend fürstlich ( so auch diesen ) gegessen. Das Angebot ist so reichlich, das wohl keiner irgendetwas vermisste.

Der folgende Tag wurde gefüllt mit Massagen und gemeinsames Kegeln. Die Massagepraxis Ute Böhm, bietet hier sehr kompetente Mitarbeiter. Die Krankengymnastik ist immer eine echte Bereicherung meines Wissenstandes, hier erhalte ich Tipps, die ich in meinen täglichen Alltag einarbeite. Am Samstag wurde wieder gekegelt und als besonderer Höhepunkt war natürlich der Töpfermarkt (leider nicht für alle erreichbar). Das Haus Rheinsberg bietet für nicht mehr so Gehfähige einen Parkuhr an Hilfsmitteln an.( Skooter und Fahrräder) So konnten auch nicht so " Mobile " den Hauch des Töpfermarktes genießen. Die Wassergymnastik fand im Hauseigenen Pool statt.

Zur Abreise war wieder dieser Behindertengerechte Bus pünktlich zur Stelle.

Der Heimweg war somit ebenfalls problemlos.

In Summe kann ich von tollen Tagen berichten, die in allen Köpfen noch eine positive Erinnerung hinterlässt.

Von dieser Stelle ein Dank an den NDR der seiner Aktion "Hand in Hand" diese Reise finanzierbar gemacht hat.

Es grüßt,

Matthias Schreiber

 

Die Trittauer MS Selbsthilfegruppe ist Mitglied der DMSG Schleswig-Holstein e. V. und wird von Frau Doris Schreiber (nicht verwandt) geleitet.

Kontaktdaten:

MS Selbsthilfegruppe Trittau

Leitung: Doris Schreiber, Tel.: 04154 / 707162

Treffen finden im DRK-Ortsverein, Rausdorfer Straße 5a, 22946 Trittau

jeden 2. Donnerstag im Monat 18.30 Uhr statt.

E-Mail: schreiberdo@gmx.de

Spenden werden über den Landesverband gemeldet und dort werden Spendenbescheinigungen ausgestellt.

Noch mehr Informationen: www.dmsg-sh.de

Dieses Treffen hat mir wieder einmal gezeigt, wie gut es mir trotz kaputtem Rücken doch geht.

Trittau24.com wird weiter dranbleiben. Gesundheit ist uns ein großes Anliegen und wir berichten gern und auch als Betroffene in dem einen oder anderen Fall.

Wer ähnliche Geschichten zu erzählen hat melde sich bitte bei uns, wir haben Interesse und hören zu!

E-Mail: redaktion@trittau24.com